Fußball – Bundesliga: Selbst Manager Allofs wird kontrolliert / Azzaoui-Debüt

Kruse: „Fokus lag auf Fußball“

Polizei-Präsenz allenthalben: Die erhöhten Sicherheits-Maßnahmen sorgten an der VW-Arena für ein gutes Gefühl.
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Polizei-Präsenz allenthalben: Die erhöhten Sicherheits-Maßnahmen sorgten an der VW-Arena für ein gutes Gefühl.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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ib Wolfsburg. Die Fangesänge – sie kamen mit angezogener Handbremse. Am Bundesliga-Spiel eins nach den Terror-Tagen wirkte in Wolfsburg alles – vom furiosen Auftritt des VfL einmal abgesehen – etwas zaghafter beim 6:0-Triumph über Werder Bremen.

Dabei lief alles absolut komplikationslos ab rund um das Spiel in der VW-Arena. Die verschärften Sicherheitsmaßnahmen waren unverkennbar. „Auch ich bin kontrolliert worden“, hob Wolfsburgs Manager Klaus Allofs hervor. Doch das gehöre dazu. So hätten alle Zuschauer „ruhigen Gewissens“ die Partie verfolgen können. Hier und da waren die Wölfe nach den schwarzen Fußball-Tagen zuvor sogar schon wieder zu Scherzen aufgelegt. Auf die Frage hin, ob er denn während der 90 Minuten an den Terror gedacht habe, antwortete Allofs schmunzelnd: „Ich bin ein Mann, ich kann nicht zwei Dinge auf einmal.“ Der Fußball stand am Sonnabend in Wolfsburg im Blickpunkt. Und das war auch gut so. Wobei Allofs davon ausgeht, dass die Rahmenbedingungen „noch eine ganze Zeit in dieser Form“ beibehalten werden.

Die Spieler waren mit ihren Gedanken, nach der Schweigeminuten vor dem Anpfiff, auf dem Platz. „Ich habe mich mit Fußball beschäftigt und gar nicht darüber nachgedacht“, erklärte VfL-Stürmer Bas Dost. Auch Max Kruse, genau wie der Holländer von der Länderspiel-Absage in Hannover direkt betroffen, meinte: „Der Fokus lag auf dem Fußball.“ Dennoch sei es nicht ganz so leicht gewesen, nur ans runde Leder zu denken. Er hätte im Vorfeld versucht, die Medien zu meiden, damit das Thema nicht belastend wird. Der deutsche Nationalspieler: „Solche Vorkommnisse sind nicht alltäglich. Aber wir müssen versuchen, das Lachen und den Mut zurück in die Gesellschaft zu bringen.“

In Erinnerung bleiben dürfte die Partie Ismail Azzaoui. Der 17-jährige Belgier kam gegen Bremen zu seinem Bundesliga-Debüt und strahlte bis über beide Ohren. Sein Trikot werde er sich „übers Bett hängen“, lachte das Top-Talent. Anfangs habe er noch Druck verspürt, doch dieser sei schnell verflogen. Ansprüche stellt Azzaoui nicht: „Ich bin noch jung, habe noch Zeit.“

Die Wölfe zeigten sich erleichtert über den Form-Anstieg nach schwachen Auftritten und scharfer Kritik von oben. „Die Mannschaft hat sich selbst die richtige Antwort gegeben“, meinte Trainer Dieter Hecking. So ein souveräner Sieg tut gut. Ich hoffe, dass war der Anfang von einem richtig guten Endspurt“, meinte Keeper Diego Benaglio.

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