Fußball – Bundesliga: Labbadia hat vor wichtiger Blitz-Premiere in Mainz nicht viel Zeit

Die konzentrierte Feuertaufe

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Fokus auf das Wesentliche: Der neue VfL-Trainer Bruno Labbadia (3. v. l.) führte viele Einzelgespräche mit seinen Profis.

Mainz. Martin Schmidt sah offenbar schwarz. Das tut auch sein Nachfolger Bruno Labbadia. Aber in einem anderen Kontext: Denn bei seiner Blitz-Premiere als neuer Chefcoach des taumelnden VfL Wolfsburg sieht er am heutigen Freitag (20. 30 Uhr) Sandro Schwarz.

Seinen Trainerkollegen vom FSV Mainz 05. Einem unmittelbaren Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt.

Direkt ein Schlüsselspiel also für Labbadia – und die Wölfe – vier Tage nach seinem abrupten Amtsantritt. Er muss es schaffen, dem verunsicherten Team im Hauruck-Verfahren einen Plan an die Hand zu geben. „Es ist natürlich aktuell eine intensive Zeit, die wir miteinander erleben“, unterstrich der Feuerwehrmann. „Das Team hat innerhalb kurzer Zeit viele Veränderungen erlebt und das ist nicht so einfach.“ Deshalb setzte er auf Kommunikation, Kommunikation und nochmal Kommunikation... Labbadia: „Ich habe gesagt, was ich in ihnen sehe, deutlich die nächsten Handlungsschritte aufgezeigt und erklärt, dass wir uns nun erstmal auf das Wesentliche konzentrieren werden.“ Aber bekanntlich ist reden Silber, Liefern ist Gold.

Da Rom auch nicht an einem Tag erbaut wurde, filtert der Sohn italienischer Gastarbeiter sein Tun. „Wir versuchen uns zunächst auf wenige, aber entscheidende Faktoren zu fokussieren. Das ist aktuell die Kunst. Man kann nicht immer sofort alles verändern, aber die Dinge, die wir anpacken, müssen wir konsequent erledigen.“ Wolfsburg soll gegen Mainz, mit nur einem Zähler Rückstand auf den VfL auf dem Relegations-Rang, vor allem kompakt und geschlossen auftreten. Aber auch durchaus mutige Akzente setzen.

Labbadia will die Bedeutung seiner Feuertaufe nicht hochstilisiert wissen. Es gäbe nur wichtige Spiele in der Bundesliga. „Mainz ist für uns nun erstmal das wichtigste Spiel.“ Weil es eben das nächste ist, das ansteht. Es bringe weder etwas, über die Zukunft zu philosophieren, noch mit den Gedanken in der Vergangenheit festzuhängen, „weil wir diese ohnehin nicht mehr verändern können.“ Elementar ist das Hier und Jetzt.

Sprich Mainz. Ein Gegner, der mit dem 2:0-Sieg in Berlin ein Lebenszeichen sendete und eben genau jenes Kollektiv vorlebt, das Labbadia auch den Wölfen einzuimpfen versucht. Die 05er hätten gegen die Hertha genau das gezeigt, was nötig sei im Abstiegskampf. Labbadia: „Für uns gilt es, dies zu durchbrechen.“ Genau wie die eigene Krise...

Von Ingo Barrenscheen

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