Fußball – Bundesliga-Relegation: 1:0-Sieg in Kiel nach magerer Leistung reicht wieder zum verspäteten Klassenerhalt

Knoche köpft, Wölfe bleiben erstklassig!

+
Der Kopfball ins Glück: Robin Knoche steigt in der 75. Minute im Holstein-Stadion mutterseelenallein hoch und nickt die Kugel zum 1:0-Siegtreffer für die Wölfe im Relegations-Rückspiel ein.

dpa/ib Wolfsburg. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Der VfL Wolfsburg hat auch im zweiten Jahr in Folge den Kopf noch aus der fest zugeschnürten Schlinge gezogen.

Rettung via Relegation, die Zweite: Der goldene Kopfballtreffer von Robin Knoche aus der 75. Minute sorgte am gestrigen Pfingstmontag-Abend in der Saison-Verlängerung bei Holstein Kiel für den 1:0-Erfolg und kollektives Aufatmen in Grün-Weiß.

Der letzte Gang der Saison: Wolfsburgs Spieler feiern mit den 2000 mitgereisten Fans das erneute Happy End in der Relegation. Der VfL bleibt erstklassig. 

Vor 12 000 Zuschauern im ausverkauften Holstein-Stadion genügte dem Team vom Relegations-Experten Bruno Labbadia eine durchschnittliche Leistung, um das 3:1 aus dem Hinspiel am Donnerstag zu verteidigen. Die Kieler hingegen verpassten beim Abschied ihres Trainers Markus Anfang, der von den Fans gefeiert wurde und zu Tränen gerührt war, nach einer grandiosen Saison in der 2. Liga den direkten Durchmarsch. Letztlich fehlten ihnen über beide Spiele gesehen die Cleverness und die spielerischen Mittel, um den Erstligisten ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

Wobei die Störche durchaus den Elan versprühten, die letzte Chance beim Schopfe packen zu wollen. Kiel hatte vom Fleck weg mehr Ballbesitz – Wolfsburgs Passivität hätte sich fast gerächt. Aaron Seydel, schon im Hinspiel nach seiner Einwechslung eine Gefahrenquelle, setzte nach einer Viertelstunde den Ball nur Zentimeter neben den Pfosten.

Dann schien er doch da zu sein – der Moment, auf den die Wölfe gehofft hatten: ein Tor. Doch der Jubel von Yunus Malli versiegte schnell wieder. VfL-Stürmer Divock Origi hatte im Abseits gestanden und Kiels Keeper Kenneth Kronholm die Sicht behindert (17.). Weiter 0:0 also. Holstein bemühte sich nach Kräften, doch dem Underdog fehlte die Durchschlagskraft. Die Wölfe indes begnügten sich augenscheinlich mit reiner Ergebnisverwaltung.

Und die Gäste hatten direkt nach Wiederbeginn wieder Glück, dass Seydel am starken Reflex von Koen Casteels scheiterte (47.). Es sollte für lange Zeit der letzte Aufreger an der Förde bleiben. Kiel fehlten die zündenden Ideen, Wolfsburgs Spiel verlief äußerst zähflüssig und wenig zielstrebig. Durch Fouls und Verletzungen reihte sich eine Unterbrechung an die nächste. Das Spiel lebte allein von der Spannung. Bis zur 75. Minute und Knoches Kopfball zum Klassenerhalt.

Zwar traf auch Holstein kurz vor Schluss, doch Rafael Czichos nahm im Strafraum-Getümmel den Arm zur Hilfe – der Treffer wurde nach Videobeweis wie schon Mallis vermeintliches Tor aberkannt.

Das hinterließ einen betrübten Markus Anfang. Kiels scheidender Coach meinte: „Die Jungs haben wahnsinnig viel investiert und wurden nicht belohnt. Das Spiel zu verlieren, war bitter.“ Der 40-Jährige, der sich zur neuen Saison dem künftigen Zweitliga-Rivalen 1. FC Köln anschließen wird, war von den anhaltenden Ovationen der Holstein-Fans nach Spielende trotz des verpassten Happy Ends aus seiner Sicht gerührt: „Das ist schon sehr emotional jetzt, wir haben alle gemeinsam zwei richtig tolle Jahre erlebt.“ Der VfL indes hat zwei katastrophale Jahre hinter sich. Immerhin ohne den Super-GAU.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare