Kleines Derby, große Nervensägen

Was nun, Mirko Slomka? Der 96-Trainer beklagt Abwehr-Personprobleme.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen . Auch wenn seine Deutschkenntnisse noch sehr überschaubar sind: Mit dem Begriff "Derby" kann Steve McClaren vom Fleck weg etwas anfangen. "Ein Derby ist immer ein großes Spiel", sagt der Trainer des VfL Wolfsburg vor dem Duell mit Hannover 96.

Immerhin stammt die Vokabel ja aus seiner Heimat England. An diesem Wochenende herrscht in der Bundesliga ein wahrer Derby-Boom – wobei die Niedersachsen-Variante eindeutig im Schatten der Ruhrpott-Rivalen Schalke und Dortmund sowie des Hansestadt-Hits St. Pauli-HSV steht. Hannovers Mittelfeldspieler Sergio Pinto kategorisiert die Partie ebenfalls auf niedrigerem Level ein: "Es ist ein Derby, auch wenn es nicht gegen Braunschweig geht. Hannover gegen Braunschweig wäre wie Schalke gegen Dortmund. Hannover gegen Wolfsburg ist wie Schalke gegen Bochum." Prestige im Kleinformat also. Groß waren dagegen bisher die 96-Auftritte – immerhin galt das Team als Abstiegskandidat Nr. 1 vor der Saison. Nun steht die No-Name-Truppe oben. Weil sie dem Gegner permanent auf den Keks geht. So jedenfalls umschreibt Shootingstar Konstantin Rausch die Philosophie: "Wir spielen für den Gegner nervigen Fußball, sind ganz dicht dran, immer griffig." Auch McClaren sieht unangenehme 90 Minuten auf sein Team zukommen: "Hannover ist in sehr starker Form. Wir müssen morgen also nicht nur gegen unsere Situation kämpfen, sondern auch gegen ein sehr gutes Team." Dem allerdings heute die komplette Innenverteidigung wegbricht.

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