Fußball – Auslosung Europa-League, Gruppe H: VfL trifft auf Lille, Everton und Krasnodar / Allofs: „Wird nicht einfach“

Kjaer, Lukaku und FKK am Schwarzen Meer...

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Für Klaus Allofs fühlt es sich ein wenig nach Champions League an: Der VfL Wolfsburg (r. Robin Knoche) hat für die Gruppenphase in der Europa League schwere Brocken zugelost bekommen. Foto: dpa

Monaco/Wolfsburg. Pikanter Pot(t)pourri: Die Rückkehr ins internationale Geschäft hält für den Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg eine würzige Note bereit.

Die Auslosung zur Gruppenphase in der Europa League bescherte den Wölfen gestern in Monaco den OSC Lille, FC Everton und FK Krasnodar. Sprich: Ein Wiedersehen mit Ex-Wolf Simon Kjaer, das Duell mit VfL-Verweigerer Romelu Lukaku und eine beschwerliche Reise nach Russland.

Vorab hatte Klaus Allofs den Gegnern keine große Bedeutung beigemessen: „Ich denke, wir werden so oder so zu den Favoriten in unserer Gruppe gehören.“ Nach der gestrigen Ziehung der Gruppe H musste der VfL-Manager dann doch schlucken. „Sieht ein bisschen nach Champions-League-Gruppe aus. Es wird nicht einfach“, meinte Allofs und ergänzte: „Mit Lille und Everton ist es sowohl sportlich als auch für die Fans interessant – Krasnodar wird aber eine lange Reise.“

VfL-Trainer Dieter Hecking stuft die Aufgabe im gleichen Tenor ein und sprach im Paket von einer „tollen Herausforderung“. Auch Kapitän Diego Benaglio freut sich auf eine „attraktive Gruppe, wenngleich Krasnodar die große Unbekannte ist.“ Für die Fans sei die Zusammensetzung in jedem Fall ein „sehr gutes Los“.

FC Everton

Deutsch-englische Duelle als neue Mode-Erscheinung. Nach dem Déjà-Vu für Bayern und Co. in der Champions League ist auch Wolfsburg reif für die Insel. Der neunmalige englische Meister aus Everton hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Topteam in der Premier League entwickelt. Unter dem spanischen Trainer Roberto Martínez belegten die Toffees in der Vorsaison den fünften Platz. Brisant die Personalie Romelu Lukaku: Allofs wollte den belgischen WM-Fahrer in diesem Sommer unbedingt nach Wolfsburg lotsen – der gab dem VfL aber einen Korb und unterschrieb stattdessen in Everton. Mit Kameruns Top-Star Samuel Eto’o (vorher FC Chelsea) verpflichtete der Traditionsclub aus Liverpool gleich noch eine Sturm-Granate. Weitere bekannte Namen sind der Ex-Dortmunder Steven Pienaar, USA-Keeper Tim Howard, Kevin Mirallas (49 Länderspiele für Belgien) oder der Ex-Hannoveraner Arouna Koné.

OSC Lille

In Lille treffen die Wölfe auf einen alten Bekannten. Innenverteidiger Simon Kjaer war 2010 für zwölf Millionen Euro zum VfL gewechselt, fasste aber in der Bundesliga nie Fuß und wurde im Vorjahr zu OSC transferiert. Frankreichs Nr. 3 scheiterte in der Champions League-Quali mit zwei Niederlagen am FC Porto. Und auch bei LOSC gibt es frische belgische Berührungspunkte: Shootingstar Divock Origi stand ebenfalls bei Allofs auf dem Zettel, entschied sich aber für den FC Liverpool, der den 19-Jährigen prompt wieder an seinen Ausbildungsverein verlieh. Allerdings hat Lille mit Salomon Kalou auch einen Top-Stürmer (30 Tore in 67 Spielen) verloren, der zu Bundesliga-Rivale Hertha BSC Berlin wechselt.

FK Krasnodar

2200 Kilometer liegen zwischen Wolfsburg und Krasnodar – der russischen Stadt am Schwarzen Meer. Der erst 2008 gegründete Club schaltete in den Playoffs der Europa League immerhin den spanischen Verein Real Sociedad San Sebastian aus. Eine ausgeglichen besetzte Mannschaft. In der heimischen Liga kassierte FKK (letzte Saison 5. und Pokal-Finalist) nach fünf Partien lediglich einen Gegentreffer. In der Offensive wirbeln in Ari, Joazinho und Wanderson gleich drei Brasilianer. Im Mittelfeld zieht der Uruguayer Mauricio Pereyra die Fäden. Südamerika-Power in Südrussland. Allofs: „Das ist keine Mannschaft, die die Gruppe nur auffüllt, sondern eine echte sportliche Herausforderung.“

Von Ingo Barrenscheen

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