Fußball – Dejagah fühlt sich nach verblüffendem VfL-Comeback „bereit für Bundesliga“

„Kann es selbst kaum glauben“

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Kaum zu glauben, aber wahr! Ashkan Dejagah ist nach viereinhalb Jahren zurück beim VfL Wolfsburg. Gestern bestritt der Liebling der Fans seine erste Einheit (kl. Foto oben) und sprach neben Manager Olaf Rebbe und Trainer Valérien Ismaël über sein Comeback.

ib/dpa Wolfsburg. . Nur ein PR-Gag? Oder doch ein sportlicher Gewinn? Welchen tatsächlichen Nutzen die die Rückhol-Aktion von Publikumsliebling Ashkan Dejagah auch haben wird, so oder so hat der VfL Wolfsburg mit dem Comeback des jungen Jahres für Aufsehen gesorgt.

Auch Asche selbst muss sich nach dem wohl skurrilsten Bundesliga-Transfer der aktuellen Wechselperiode zwicken: „Ich freue mich riesig, kann es selber kaum glauben“, erklärte der Meisterspieler von 2009 am gestrigen Dienstag nach seiner ersten Trainingseinheit im alten, neuen Dunstkreis. „Der VfL ist etwas ganz Besonderes für mich. “.

Kurzgeschorene Haare. Dazu (Voll-)Bart. Tattoos. Und ein breites Lächeln. Rein optisch ist der „Hooligan“, wie er von den VfL-Fans verehrt wird, ganz der Alte. Doch in seiner Karriere ist seit seinem Abschied aus Wolfsburg 2012 viel passiert. Zwei Jahre Premier League beim FC Fulham, dann das Engagement in Katar bei Al Arabi. Im Wüstenstaat bestritt Dejagah allerdings vor fast einem Jahr sein letztes Pflichtspiel, wurde dort ausgemustert. Daher erscheint der „nicht so unbedingt übliche Transfer“ (VfL-Manager Olaf Rebbe) auf den ersten Blick durchaus fragwürdig. „In Katar ist alles ein bisschen anders als hier. Es gab da ein neues Management, danach war es schwierig für mich“, erklärte der 30-Jährige, bekräftigte aber im gleichen Atemzug: „Ich bin bereit für die Bundesliga.“

Wolfsburgs Coach Valérien Ismaël jedenfalls scheint keinen Zweifel an der Konkurrenzfähigkeit des Außenbahners zu haben. „Es ist klar, dass der Spielrhythmus der Bundesliga noch nicht sofort da ist, aber er hat nicht nur auf dem Sofa gelegen. Wir werden ihm schnell Beine machen“, unterstrich der Franzose und stellte seinem fünften Winter-Neuzugang sogar direkt einen Kaderplatz für das Auswärtsspiel beim 1. FC Köln am Sonnabend in Aussicht. Denn losgelöst von der Form-Frage sei Dejagah „genau der Spielertyp, den wir noch brauchen“, so Ismaël. „Wir brauchen Spieler, die Bock auf den VfL haben. Er erfüllt das.“

Das Risiko für die Wölfe erscheint tatsächlich gering. Der Deutsch-Iraner kommt ablösefrei und erhält einen leistungsbezogenen Vertrag bis zum Saisonende inklusive Verlängerungsoption. „Er kann sofort eine Lösung sein, die unsere Situation bereichern kann“, sagte Rebbe.

Wolfsburgs Fans jedenfalls sind – trotz sportlicher Vorbehalte – aus dem Häuschen ob der Rückkehr ihres verlorenen Lieblings-Sohnes. Ruck, zuck am Tag der Verpflichtung kam die VfL-Marketingabteilung mit einem T-Shirt mit der Aufschrift „Asche!“ für einen Zehner um die Ecke. Dieses zierte gestern am Rande seiner ersten Einheit bereits den ein oder anderen Zaungast. Die Liebe ist neu entflammt. Dejagah: „Ich hatte immer eine gute Verbindung zu den Fans. Es ist schön, das nun wieder zu fühlen.“

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