Fußball – Bundesliga: Bremen reißt VfL tief in Abstiegssumpf

Kainz, wie er siegt und lacht...

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Abgedreht: Bremens Matchwinner Florian Kainz (l.) hat Wolfsburgs Torwart Koen Casteels mit einem Tunnel zum entscheidenden 3:1-Endstand überwunden. 

dpa/ib Bremen. Während es in der eigentlichen Karnevals-Hochburg gerade mächtig rumort, hieß es gestern Abend in Bremen leicht abgewandelt: Kainz, wie er siegt und lacht...

Mit seinen ersten beiden Saisontreffern avancierte Florian Kainz beim 3:1-Big Point von Werder gegen den VfL Wolfsburg zum Matchwinner. Das Team von der Weser robbte sich bis auf einen Punkt auf die abermals enttäuschenden Wölfe heran, die nun endgültig wieder tief im Abstiegssumpf versackt sind.

Nach ihren Niederlagen im Pokal-Viertelfinale unter der Woche zeigten die Nord-Clubs vor 38 062 Zuschauern im Weserstadion eine durchaus unterhaltsame Vorstellung. Werder war dabei die aktivere Mannschaft mit den besseren Torchancen, während der VfL insgesamt – wie schon seit Wochen – zu harmlos war. Vor allem bei Standards waren die Bremer gefährlich und sorgten in der VfL-Abwehr immer wieder für Durcheinander.

Die Bremer standen mit dem wiedergenesenen Philipp Bargfrede für Thomas Delaney im defensiven Mittelfeld in einem 4:1:4:1-System meistens sicher. Nach vorne suchten sie vor allem den Weg über die Außen, besonders gefährlich mit dem sehr aktiven Kainz auf der linken Seite.

Das frühe Tor von Ludwig Augustinsson, der nach Ecke von Zlatko Junuzovic per Kopf seinen ersten Bundesliga-Treffer erzielte (4.), half den Gastgebern natürlich. Die auf vier Positionen umgebaute Wolfsburger Mannschaft (Victor Osimhen, Paul Verhaegh, Josip Brekalo und William rückten für Yannick Gerhardt, Marcel Tisserand, Divock Origi und Sebastian Jung in die Startelf) musste zwangsweise offensiver spielen als in den zurückliegenden Partien, als sich der VfL meistens sehr weit zurückgezogen hatte. Gefährlich wurde die VfL-Offensive mit dem erst 19 Jahre alten, aber stets bemühten Osimhen aber nur sehr selten.

Werder hätte schon vor dem zweiten Treffer ein Tor schießen können. Aber Maximilian Eggestein scheiterte an VfL-Keeper Koen Casteels und Niklas Moisander am Pfosten, ehe Kainz ein tolles Tor gelang. Der Österreicher schlenzte den Ball schön in die lange Ecke, nachdem er selbst mit einem Dribbling die Vorarbeit geliefert hatte.

„Das war die beste erste Halbzeit seit langem“, sagte der Bremer Stadionsprecher angesichts der verdienten Führung zur Pause. Nach dem Wechsel waren die Wolfsburger noch mehr unter Druck und kamen früh zum Anschluss. Zunächst parierte Werder-Keeper Jiri Pavlenka einen Foul-Elfmeter von Verhaegh, doch gegen den Nachschuss des VfL-Kapitäns war er ohne Chance.

Doch Wolfsburg war zu einfallslos, um in der kurzen Druckphase nachzulegen. Das Mittelfeld mit Yunus Malli und ohne den kranken Daniel Didavi konnte sich nur selten durchsetzen und Chancen erarbeiten. Auch mit dem später eingewechselten Divock Origi als zweite Spitze wurde es nicht besser. Als Kainz einen Konter über Max Kruse eiskalt abschloss, war die Partie praktisch entschieden.

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