Fußball – Bundesliga: Wolfsburg muss sich nach magerem 1:1 gegen Mainz wohl vom Europapokal verabschieden

Joker Jairo löst Kater nach Real-Rausch aus

Mit harten Bandagen: Naldo (M.) lieferte sich packende Zweikämpfe mit dem Mainzer Jhon Cordoba. Die beiden Europapokal-Konkurrenten trennten sich leistungsgerecht 1:1.
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Mit harten Bandagen: Naldo (M.) lieferte sich packende Zweikämpfe mit dem Mainzer Jhon Cordoba. Die beiden Europapokal-Konkurrenten trennten sich leistungsgerecht 1:1.

dpa/ib Wolfsburg. Dem Real-Rausch folgte der Karnevals-Kater. Drei Tage nach dem Champions-League-Festtag gegen Madrid musste der VfL Wolfsburg seine Hoffnungen auf eine erneute Europapokal-Qualifikation wohl endgültig begraben.

Gegen den direkten Konkurrenten FSV Mainz 05 kamen die Clasico-Sieger-Besieger im Alltags-Geschäft Fußball-Bundesliga nur zu einem 1:1 (0:0), obwohl sie lange Zeit die engagiertere Mannschaft gewesen waren.

Fleck-matik macht sich breit in Wolfsburg. Der VfL kommt einfach nicht vom Fleck im Tableau, scheint auf Position acht festgenagelt zu sein. André Schürrles sechstes Saisontor (52.) mit einem sehenswerten Lupfer reichte den so ambitionierten Grün-Weißen am Ende nicht, um Boden auf das Überraschungs-Team aus Mainz gutzumachen. Fünf Spieltage vor Saisonende beträgt der Rückstand auf die Rheinhessen, ihres Zeichens Sechster, weiterhin sechs Punkte. Weil Joker Jairo für die 05 noch ausglich (65.). Zu allem Überfluss sah VfL-Abwehrspieler Dante in der Nachspielzeit noch die Gelb-Rote Karte (90.+1).

Dabei war Wolfsburg die vermeintlich allerletzte Chance, noch einmal ins Rennen um die europäischen Fleischtöpfe einzugreifen, durchaus engagiert angegangen. Auch wenn sich Trainer Dieter Hecking „mehr Galligkeit“ gewünscht hätte. Wohl auch zu Schonzwecken für das Hammer-Rückspiel am morgigen Dienstag im Bernabeu ließ er einige Stammkräfte draußen. Neben dem gelbgesperrten Julian Draxler fehlten auch Diego Benaglio, Vieirinha und Ricardo Rodriguez in der Startformation.

Die Vertreter Marcel Schäfer, Bas Dost, Christian Träsch und vor allem Torhüter Koen Casteels machten ihre Sache aber gut. Der belgische Schlussmann verhinderte nur acht Minuten nach Schürrles Führung mit einer Glanztat gegen Yunus Malli (61.) den fast schon sicheren Ausgleich. Bei Jairos Vorstoß nach langem Ball von Stefan Bell war dann aber auch Casteels geschlagen. Ein Gegentor, dass Hecking überhaupt nicht schmeckte. „Wenn du in einem engen Spiel 1:0 führst, dann muss die Null am Ende stehen.“

Mainz machte in dem intensiven, aber zähen Spiel erst nach dem Rückstand mehr für die Offensive. Lange Zeit spielten die Rheinhessen vor allem kompakt, taktisch diszipliniert und waren ein höchst unangenehmer Auswärtsgegner. Gefahr für das Wolfsburger Tor gab es in der ersten Hälfte indes nicht. Dies änderte sich erst nach dem Wechsel und vor allem auch nach dem Ausgleich, als die Gäste sogar die besseren Chancen aufs Siegtor besaßen. Nach dem 1:1 sei seinen Spielern anzumerken gewesen, „dass der Kopf müde war“, so Hecking.

Damit bleibt der VfL nach dem sechsten Champions-League-Spiel am Stück in der Liga ohne Sieg und erweiterte die Erfolglos-Serie auf vier Partien im deutschen Oberhaus.

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