„Jeder war in sich gekehrt“

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Marcel Schäfer (r.) verriet: In der Kabine war jeder in sich gekehrt nach dem brutalen Rückschlag im Abstiegskampf.

ib Wolfsburg. Während bei Abstiegs-Rivale Frankfurt die so genannten Fans wüteten, war ganz Wolfsburg wie paralysiert. Nach dem Schlusspfiff geschah: nichts. Spieler und Fans (keine Pfiffe, keine Aufmunterung, nur Schweigen) stand das blanke Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Es war, als habe der Bammel vor dem Abstieg den Klub lahmgelegt.

Kapitän Marcel Schäfer gab einen Einblick in die Totenstille der Wolfsburger Kabine. „Jeder war in sich gekehrt und mit sich selbst beschäftigt.“ Dabei sollten sich die gut bezahlten Profis vielmehr mit der Situation ihres Arbeitgebers auseinandersetzen. Zwar besteht durch Frankfurts zeitgleiche Pleite noch kein Grund zur Panik, doch irgendwie schien am Sonnabend in der VW-Arena jeder Grün-Weiße innerlich den Klassenerhalt schon als eingetütet betrachtet zu haben. Ein massiver Irrtum. „Die Mannschaft hat sich nach den zwei Siegen gut gefühlt, aber heute waren wir uns wohl zu sicher“, gestand der Japaner Makoto Hasebe ein.

Während im Hintergrund die Bässe aus der Lauterer Party-Kabine dröhnen, bleibt Schäfer nur ein Stöhnen: „Die haben zwei Standards und machen zwei Tore – viel mehr haben sie nicht gehabt. Das ist schon bitter.“ Er hatte erkannt, dass Wolfsburg nach dem Seitenwechsel einfach nicht zwingend genug in seinen Angriffs-Aktionen gewesen sei, um den FCK in Schwulitäten zu bringen.

Exklusiv hingegen die Meinung von VfL-Spielmacher Diego. Er attestierte seiner Mannschaft tatsächlich eine „gute zweite Halbzeit“. Wie bitte!? Die seltsame Begründung des Brasilianers: „Wir waren besser als der Gegner. Deshalb gut.“ Immerhin gab er zu, dass das Selbstvertrauen der Wölfe durch die Gegentore massiv in den Keller sank. Mit dem ersten Problem im Spiel sei der VfL zusammengebrochen. Hoffentlich gibt es nicht den totalen Kollaps.

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