Fußball – Bundesliga: VfL-Coach zieht seine personellen Schlüsse / Draxler: „Zurecht unten drin“

Ismaël verliert Geduld – und siebt aus

Seinen Spielern geht’s jetzt an den Kragen: VfL-Coach Valérien Ismaël schaut genau hin, auf wen er derzeit bauen kann.
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Seinen Spielern geht’s jetzt an den Kragen: VfL-Coach Valérien Ismaël schaut genau hin, auf wen er derzeit bauen kann.

dpa/ib Ingolstadt. „Das einzig Positive ist der Punkt. “ Damit traf Julian Draxler den Nagel auf dem Kopf.

Nach dem mehr als schmeichelhaften 1:1 seines VfL Wolfsburg beim FC Ingolstadt 04 gab der Fußball-Nationalspieler offen und ehrlich zu: „Wir stehen zurecht unten drin. “.

Weil auch unter Valérien Ismaël bei der hochkarätig besetzten Mannschaft kein Wandel zu erkennen ist. In fünf Spielen unter dem Nachfolger von Dieter Hecking gelang nur ein Sieg. Der 41 Jahre alte Franzose verliert die Geduld mit den fürstlich honorierten Profis, die ihren Beruf nicht adäquat erledigen. „Wir kriegen von Woche zu Woche ein klareres Bild, welcher Spieler bereit ist, den Weg mitzugehen. Daraus werden wir Schlüsse ziehen“, drohte Ismaël – allerdings ohne öffentlich Namen zu nennen. Es wird also ungemütlich in Wolfsburg. Abstiegskampf ist angesagt. Entsprechend werde er das Team in Zukunft aufstellen, erklärte Ismaël. Im Ingolstädter Sportpark nahm er die wirkungslosen Daniel Didavi und Maximilian Arnold zur Halbzeit raus.

„Das Problem liegt in den Köpfen“, sagte Draxler, der bei seinem Comeback nach einem Muskelfaserriss ebenso weitgehend wirkungslos blieb wie Torjäger Mario Gomez. VfL-Manager Klaus Allofs war einmal mehr über das Auftreten der eigenen Mannschaft irritiert: „Es war klar, dass wir hier ein Abstiegsduell spielen. Ingolstadt hat die Mittel angewendet, die man braucht.“ Kampfgeist, Vollgas, Teamwork. Nun ja: Er hat den Kader zusammengestellt... Alarmierende zehn Punkte haben die zahmen Wölfe in zwölf Partien geholt. Vor einem Jahr waren es zum selben Zeitpunkt der Saison 21 – als Tabellendritter!

Eine Initialzündung war nur beim Gegner zu erkennen. „Der Weg, den die Mannschaft eingeschlagen hat, ist positiv“, sagte Ingolstadts neuer Trainer Maik Walpurgis. Er bescheinigte ihr „Herz, Charakter und auch fußballerische Klasse“. Im Eiltempo hat er dem FCI wieder eine klare Struktur verpasst. Die Leistung erinnerte an die tollen Auftritte im Aufstiegsjahr unter Ex-Coach Ralph Hasenhüttl. „Wir haben zu unseren alten Tugenden zurückgefunden“, sagte Abwehrspieler Markus Suttner.

Walpurgis’ Vorgänger Markus Kauczinski hatte den Pressingfußball à la Hasenhüttl als nicht mehr erfolgstauglich bewertet. Sein Nachfolger hat ihn nun in einem 4-2-3-1-System modifiziert, auch personell. „Jeder weiß wieder, wie er zu laufen hat, wie er zu attackieren hat, wie er zu spielen hat. Wir machen wieder das, was wir letzte Saison gemacht haben“, so Suttner. Von einer gefühlten Niederlage mochte der Österreicher darum nicht sprechen: „Wir sind jetzt zwei Spiele ungeschlagen – alles gut.“

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