Fußball: VfL Wolfsburg mit zwei Gesichtern beim 2:2 im Gifhorn-Test gegen Venlo

Immer_hungrig? Noch nicht so ganz...

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Das war noch nicht das Gelbe vom Ei von den Grünen: Xaver Schlager legte bei seinem Debüt im Wolfsburger Dress mit dem VfL eine schwache erst Halbzeit hin.

Gifhorn – Immer_hungrig. Dieser Slogan übertitelt die neu entwickelte Saisonkampagne des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg.

Nun ja, von diesem einen Tag zuvor preisgegebenen Credo war am Sonnabend im dritten Testspiel gegen VVV-Venlo in der Gifhorner Flutmulde zumindest von der Elf in der ersten Halbzeit herzlich wenig zu sehen. Immerhin der zweite Anzug verkörperte beim 2:2 (0:1) das mutig-progressive Motto und begradigte den schiefen Eindruck etwas.

So war auch Wolfsburgs Cheftrainer Oliver Glasner in seinem Fazit zwiegespalten. Ausgerechnet diejenigen Spieler, die durchaus denkbar die künftige Bundesliga-Startelf bilden könnten, hatten ihn im ersten Abschnitt enttäuscht. In punkto Engagement. „Wenn wir fast körperlos spielen, dann müssen wir nicht über Taktik sprechen. Das Zweikampfverhalten war in der ersten Halbzeit einfach schlecht. Da müssen wir mehr unseren Mann stehen.“ Der Wolfsburger Rückstand nach 39 Minuten fiel daher nicht einmal ungerechtfertigt.

Hingegen hatte das Team B nach Wiederbeginn seine Einstellung zum Traumjob Profifußball und den proklamierten Erfolgs-Hunger weitaus besser verinnerlicht. „Wir sind mit einer ganz anderen Power rausgekommen, waren viel zielstrebiger, haben Zweikämpfe kompromissloser geführt. So stelle ich mir das vor“, war Glasner besänftigt. In Windeseile drehten Felix Klaus per Handelfmeter und William den Spieß um. Das 2:1: Wieder ein Tor ganz nach dem Gusto Glasners. Ballgewinn im Mittelfeld und dann zielstrebig den Abschluss gesucht.

Dass nicht das dritte Testspiel-2:1 in Folge heraussprang für die Wölfe, war einem unnötigen Ballverlust des wechselwilligen Josip Brekalo geschuldet. Dieser führte zum 2:2-Ausgleich (76.) durch einen Schuss aus über 20 Metern.

Ein Spiel mit zwei unterschiedlichen Gesichtern – das gezeigt hat: Nach zwei Wochen unter neuer Führung ist, ganz natürlich, Glasners Idee noch längst nicht zu 100 Prozent beim Europa League-Starter intus. Der VfL-Coach resümierte: „Von dem Spiel nehme ich schönes Anschauungsmaterial mit. Wie wir es machen wollen – und wie wir es nicht machen wollen... Wir sind noch in der Findungsphase.“ Viele Dinge müssten sich noch festigen bis zum Pflichtspielstart.

.  VfL Wolfsburg 1. Halbzeit: Pervan – Knoche, Brooks, Uduokhai – Mbabu, Schlager, Malli, Roussillon – Mehmedi, Weghorst, Victor.

.  VfL Wolfsburg 2. Halbzeit: Menzel – Siersleben, Arnold, Gerhardt – William, Rexhbecaj, Steffen, Yeboah – Azzaoui, Klaus, Brekalo.

. Tore: 0:1 Soriano (39.), 1:1 Klaus (51., HE), 2:1 William (53.), 2:2 Opoku (76.).

VON INGO BARRENSCHEEN

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