„Ich habe Angst“: Magath überdenkt seine Ansprüche

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Gesenkten Hauptes und stocksauer stapft Wolfsburgs Trainer Felix Magath nach dem peinlichen Pokal-Aus in Leipzig vom Feld. Und ging anschließend hart mit Marcel Schäfer (r.) und Co. ins Gericht.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Fiasko statt Finale. Felix Magath erlebte am Freitagabend in Leipzig auch eine persönliche Pleite. Vor dem DFB-Pokal-Spiel bei Viertligist RB hatte sich der Trainer des VfL Wolfsburg weit aus dem Fenster gelehnt. Nach dem blamablen Erstrunden-Aus aber musste der Baumeister erkennen, dass sein Konstrukt einsturzgefährdet ist.

„Ich habe Angst“, gab Magath im erschreckenden Angesicht des Katastrophen-Kicks beim 2:3 gegen den Underdog unverhohlen zu. Beim VfL kneift es wenige Tage vor dem Bundesliga-Start augenscheinlich an allen Ecken und Enden. Die Defensive: In Halbzeit eins ein Torso. Was Magath zu einem verbalen Rundumschlag veranlasste. „Ich habe keine Abwehr gesehen“, wetterte er. „Der Gegner hatte noch zwei, drei weitere Großchancen.“ Mit Pässen in die Schnittstellen zwischen Innen- und Außenverteidiger hebelten die Bullen aus Leipzig die indisponierten Wölfe wie Simon Kjaer oder Marcel Schäfer serienweise aus. Was beim Trainer unweigerlich zu einem abrupten Umdenken führte. Magath rechnete knallhart mit seinen Versagern ab. „Ich muss meine Ansprüche überdenken. Wenn man diese Partie betrachtet, so habe ich vielleicht die Möglichkeiten des Kaders überschätzt.“

Auch am Tag nach dem Stolper-Start wirkte Wolfsburgs Retter und Meistermacher ratlos. „Ich habe mir natürlich die halbe Nacht Gedanken gemacht und auch schon Gespräche geführt. Ich habe im Moment aber auch noch keine Erklärung, warum wir die Partie nicht richtig angegangen sind.“ An einer womöglich zu defensiven Anfangs-Ausrichtung hätte es nicht gelegen, meinte Magath. Denn seine Auswechslungen verpufften. „Keiner der eingewechselten Spieler hat eine bessere Leistung gebracht, als die, die zuvor gespielt haben. Das ist natürlich fatal!“ Auch das Fehlen eines echten Zehners der Güteklasse Diego wollte der VfL-Vorreiter nicht als Erklärungsansatz gelten lassen. „Wir müssen dazu kommen, dass wir als Mannschaft besser spielen.“

Wolfsburgs Trainer will nun weiter tief bohren, Ursachenforschung betreiben – und kündigte Konsequenzen an. Im Umfeld wird bereits über weitere Verstärkungen spekuliert. „Es wird auf jeden Fall etwas geändert, denn so können wir nicht in die Bundesliga starten.“

Ansonsten droht am Sonnabend beim Liga-Auftakt in Köln die nächste Ernüchterung. Das hat auch Kapitän Schäfer erkannt. „Wenn man so auftritt wie wir, kann man nicht bestehen.“ Die gesamte Mannschaft sei nun defensiv gefordert. „Wir müssen ganz schnell zusehen, dass wir in der Bundesliga alles besser machen. Sonst bekommen wir in den nächsten Wochen riesige Probleme.“

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