Fußball – Bundesliga: Labbadia setzt vor Abstiegskrimi auf Besonnenheit

„Ich glaube, wir packen es“

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Ruhig bleiben ist angesagt! Wenn sich einer im Abstiegskampf auskennt, dann Bruno Labbadia. Der VfL-Trainer rettete zweimal den HSV und einmal den VfB Stuttgart vorm Gang ins Unterhaus. Schafft er es mit den Wölfen erneut?

Wolfsburg. Bloß kein Aktionismus! Wie auch der Verein, der auf einen dritten Trainerwechsel vor dem alles entscheidenden Saisonfinale verzichtete, setzt auch Trainer Bruno Labbadia beim abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg am Samstag (15. 30 Uhr) gegen den 1. FC Köln bewusst auf Ruhe.

Statt mit seiner Mannschaft erneut ins Kurztrainingslager zu fahren, wie vor der 1:4-Pleite gegen RB Leipzig, gab Labbadia seinen Profis am gestrigen Vatertag einen Nachmittag frei. „Es gibt jetzt noch mal fast einen ganzen Tag zur Erholung. Es ist auch wichtig, den Nachmittag noch mal mit den Familien zu verbringen“, sagte Labbadia.

Die Trainingseinheiten werden zudem nur noch ohne öffentlichen Zugang stattfinden. „Wir wollen bewusst kein Trara“, so der ehemalige Stürmer. Drei Niederlagen am Stück, überhaupt nur sechs Punkte aus zehn Spielen unter Labbadia: Der Meister von 2009 und Pokalsieger von 2015 benötigt gegen den bereits als Absteiger feststehenden FC mindestens einen Punkt, um zumindest den direkten Abstieg zu verhindern. „Ich kenne solche Situationen. Ich weiß genau, was zu tun ist. Ich konnte diese Situationen eigentlich immer meistern. Ich glaube fest daran, dass wir das packen“, versucht Labbadia es weiter mit Durchhalteparolen.

Dreimal schaffte der Trainer mit Stuttgart und Hamburg (zweimal) den letztmöglichen Sprung von der Abstiegsschippe. „Wenn es so bleiben würde, nehme ich diese sensationelle Statistik gerne mit“, sagte Labbadia, der als Trainer zudem noch nie abgestiegen ist und den HSV 2015 in der Relegation gegen Karlsruhe rettete. Die erneute Relegations-Teilnahme für den VfL, der sich 2017 in zwei Spielen gegen den Nachbarn Braunschweig durchsetzte, ist auch diesmal wieder das wahrscheinlichste Szenario. Sollte der VfL aber verlieren und der HSV gegen Mönchengladbach gewinnen, wäre der erste Wolfsburger Bundesliga-Abstieg perfekt.

Vom bereits vor zwei Spieltagen abgestiegenen 1. FC Köln erwartet Labbadia indes keine Geschenke. „Sie werden uns keinen Gefallen tun. Sie lagen gegen Schalke mit 0:2 zurück und haben den Ausgleich geschafft. Auch gegen die Bayern haben sie ein sehr gutes Spiel gemacht“ warnte der VfL-Coach, der das Hauptaugenmerk viel lieber auf seine eigene Mannschaft legt: „Es ist entscheidend, am Samstag die kompletten 90 Minuten hinter der Mannschaft zu stehen.“

Von Christian Thiemann

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