Hoffnungsloser (Zer)Fall!?

dpa
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Das darf doch alles nicht wahr sein! Ashkan Dejagah und der VfL gaben auswärts wieder ein jämmerliches Bild ab.

dpa/ib Bremen. Der VfL Wolfsburg – (auswärts) ein hoffnungsloser Fall!? Es macht den Anschein. Der Meister von 2009 gab am Sonnabend bei der 1:4 (0:2)-Packung gegen Werder Bremen wieder einmal eine bemitleidenswerte Figur ab und rutscht immer tiefer in die Krise geschweige denn in den Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga!

Vor 39 124 Zuschauern im Weserstadion verschärften Sokratis (18.), Claudio Pizarro (45.), Markus Rosenberg (55.) und der eingewechselte Marco Arnautovic (71.) mit ihren Toren für Werder die gehörige Wolfsburger Schieflage. Marcel Schäfers Beschönigungsmaßnahme (86.) war nur noch eine statistische Randnotiz.

Die Wolfsburger, die auch im dritten Spiel hintereinander sieglos blieben, rutschten auf Platz 14 ab. Erneut demonstrierte der VfL, warum er das bislang schwächste Auswärtsteam der Liga ist. „Ich bin froh, dass die Auswärtsspiele in diesem Jahr vorbei sind“, stöhnte Trainer Felix Magath. Auf fremden Plätzen hatte seine Mannschaft schlichtweg nicht „die mentale Stärke, um dann noch einmal zurückzukommen.“

Dabei hätte sein Team anfangs das Spiel kontrolliert, gab Magath zu Protokoll. Doch das Bremer Führungstor ließ Wolfsburgs Wackel-Konstrukt wie das berühmte Kartenhaus zusammenkrachen. „Wir haben dann die Defensive vernachlässigt und vergessen zu verteidigen“, bemängelte Magath.

 Angesichts des Spielverlaufes fiel das VfL-Debakel sogar noch glimpflich aus. „Es hätte sicherlich noch ein ganz, ganz anderes Ergebnis herausgespielt werden können“, erkannte Werder-Coach Thomas Schaaf angesichts vieler hochkarätiger Chancen. Unter anderem scheiterten Florian Trinks (39.) und Arnautovic (82.) völlig frei vor dem leeren Tor. „Wenn man die Chance hat, 5:0 oder 6:0 zu gewinnen, sollte man das auch tun“, nörgelte gar Werder-Chef Klaus Allofs. Für die Wölfe muss sich das wie Hohn anhören...

Ansonsten zeigten sich die ersatzgeschwächten Bremer aber bestens erholt vom 1:4 in München und halten dank des ersten Heimsieges gegen Wolfsburg seit drei Jahren Kontakt zu den Champions-League-Rängen.

Es war aber erst eine Standardsituation, die Bremen in die Erfolgsspur brachte. Nach einem Freistoß konnte VfL-Keeper Diego Benaglio einen Pizarro-Kopfball noch parieren. Gegen den Nachschuss von Sokratis, der sein erstes Bundesligator für Bremen schoss, war der Schweizer aber machtlos.

Bis auf wenige zaghafte Angriffe der Wölfe spielte fortan nur noch Werder. Das zwölfte Saisontor Pizarros kurz vor der Pause fiel unter gütiger Mithilfe der VfL-Abwehr. Nationalspieler Christian Träsch und Alexander Madlung zeigten dabei keine Gegenwehr. So konnte sich Pizarro nach einem Einwurf an der Grundlinie entlang durchtanken und zum 2:0 vollenden. In der zweiten Halbzeit fiel der VfL endgültig in sich zusammen.

Dabei hatte Magath zur Halbzeit gegen seinen Ex-Verein noch einmal alles versucht und mit den Einwechslungen des 20 Jahre alten Sebastian Polter sowie des Kapitäns des VfL-Regionalligateams, Sebastian Schindzielorz, ein Zeichen gesetzt. Vergeblich: Auch das Kurz-Trainingslager, das Magath vor dem Spiel in Barsinghausen abgehalten hatte, verpuffte wirkungslos.

Zehn Minuten nach dem Wechsel erhöhte Rosenberg auf 3:0. Kurz darauf vergab Kapitän Clemens Fritz gar das 4:0. Dies besorgte 20 Minuten vor dem Ende der eingewechselte Arnautovic, der allerdings völlig frei vor dem leeren Tor acht Minuten vor dem Ende noch das 5:0 vergab. Zu dem Zeitpunkt hatte die VfL-Defensive die Arbeit längst eingestellt.

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