Hoeneß hat genug: Spieler-Schelte

+
VfL-Manager Dieter Hoeneß hat die Nase gestrichen voll.

Wolfsburg - Von Carsten Lappe. Beim selbst ernannten Europapokal-Kandidaten VfL Wolfsburg brennt nach fünf Saison-Niederlagen der Baum. Alles andere als ein Pflichtsieg beim Fußball-Fünftligisten SC Victoria Hamburg am Dienstag (19.00 Uhr/Sky) im DFB-Pokal dürfte die miese Stimmung verschärfen und den Druck auf Trainer Steve McClaren vor dem wichtigen Bundesligaspiel am Samstag gegen den Tabellennachbarn VfB Stuttgart erhöhen. «Es gibt jetzt keine Entschuldigungen mehr», erkannte der Engländer am Montag.

Manager Dieter Hoeneß stellte sich nach dem 1:2 in Nürnberg zwar demonstrativ vor den Engländer: "Auf der Trainer-Position haben wir kein Problem. Der Trainer brennt auf jeden Fall." Doch McClaren hat längst erkannt, dass der Ton beim ambitionierten VW-Club rauer wird. "Wir müssen beide Spiele gewinnen", sagte der Coach zur "Woche der Wahrheit". Bevor es ihm selbst an den Kragen geht, erhöht McClaren den Druck auf die Spieler und will künftig einen anderen Umgang pflegen. "Ich habe genug gesehen. Es wird sich einiges ändern", giftete der 49-Jährige vor dem Pokalmatch am Hamburger Millerntor. Die Rückendeckung des Managers hat der Trainer. Hoeneß knöpfte sich die Profis am Sonntag vor und las ihnen in der Kabine die Leviten. Der Hauptvorwurf von Trainer und Manager lautet: Die hoch bezahlten Profis tun nicht alles für den Erfolg und verfolgen Einzelinteressen. "Was die Spieler im Moment zeigen, ist nicht genug. Sie müssen ihre Egos beiseiteschieben", sagte McClaren. Hoeneß warf den Spielern vor, sich nach der Meisterschaft 2009 "ein Phlegma" zugelegt zu haben, was schnellstens abzulegen sei. "Sollte das nicht gelingen, werden wir nachhelfen", drohte der Manager. Beobachter sehen in der Spieler-Schelte auch ein Ablenken von eigenen Fehlern. McClaren schaffte es bisher nicht, dem Team ein funktionierendes System zu vermitteln. "Das richtige System muss noch gefunden werden", räumte der Engländer ein und kündigte nach zwei Pleiten in Folge erneut Umstellungen an: "Es ist Zeit für Wechsel." Zudem wird im Umfeld auch Kritik an der Einkaufspolitik von Hoeneß laut. Der 12-Millionen-Euro-Zugang Simon Kjaer macht in der Innenverteidigung nur schleppend Fortschritte. Superstar Diego ist bislang, wenn überhaupt, nicht mehr als ein Ersatz für den abgewanderten Zvjezdan Misimovic - kostete mit 15 Millionen Euro aber sieben Millionen Euro mehr, als der Verkauf des Bosniers einbrachte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare