Fußball – Bundesliga: VfL Wolfsburg mit angezähltem Coach Valérien Ismaël zu den Bayern

Herkulesaufgabe und Trainerfrage

Setzt sich der tiefe Fall des VfL Wolfsburg fort oder gelingt ausgerechnet bei den Bayern der ersehnte Aufschwung? Auch ohne den gesperrten Maximilian Arnold (oben) hoffen die Wölfe in München auf die Überraschung.
+
Setzt sich der tiefe Fall des VfL Wolfsburg fort oder gelingt ausgerechnet bei den Bayern der ersehnte Aufschwung? Auch ohne den gesperrten Maximilian Arnold (oben) hoffen die Wölfe in München auf die Überraschung.

Wolfsburg. Dass es „leichtere Aufgaben“ als ein Gastspiel bei Bayern München gibt, weiß nicht nur Valérien Ismaël, Trainer des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg.

Es gibt allerdings bestimmt auch leichtere Situationen, in denen eine solche Auswärtspartie stattfinden kann. Denn bei den Wölfen geht es vor dem Duell mit dem Deutschen Meister am heutigen Sonnabend (15. 30 Uhr in München) drunter und drüber.

Zum einen belastet die Punktebilanz die Stimmung in der VW-Stadt empfindlich. Die Diskussionen um Julian Draxler sind auch wieder neu aufgeflammt und jetzt gesellt sich auch noch eine heiße Trainer-Debatte zum unschönen Kuddelmuddel. „Ich lese keine Zeitung, das interessiert mich nicht“, sagt Ismaël zu den Spekulationen über seinen Arbeitsplatz. Angeblich steht der VfL im regen Austausch mit anderen Übungsleitern. Namen wie Bruno Labbadia, Paulo Sousa und David Wagner geistern umher. Der aktuelle Coach will davon nichts hören. „Ich spüre das Vertrauen der Mannschaft. Das ist das, was zählt.“

Am Ende ist das, was zählt jedoch das Punktekonto. Und in dieser Hinsicht hat Ismaël mit vier Zählern nun nicht unbedingt die beste Bilanz vorzuweisen. Gleiches gilt auch für Nationalspieler Draxler, der nicht einen einzigen Scorerpunkt in dieser Saison zu Buche stehen hat. Nach den Pfiffen bei seiner Einwechslung gegen Hertha wird ein Winter-Wechsel des abwanderungswilligen Zehners immer wahrscheinlicher. Doch auch zu diesem Thema sagt Ismaël schlichtweg: „Ich möchte auf die Diskussion nicht eingehen.“ Verständlich, hat der Trainer doch genug mit sich und der Leistung des gesamten Teams zu tun.

Unter diesen Voraussetzungen erscheint ein Achtungserfolg oder gar Punkte in München unwahrscheinlicher denn je. „Die Verunsicherung ist natürlich da, aber das sollte uns nicht belasten. Wir haben die Möglichkeit etwas zu zeigen, denn keiner erwartet etwas von uns“, so Ismaël, der als Spieler einst selbst die Schuhe für den FC Bayern schnürte. Der Trainer versprüht also weiterhin Zuversicht, auch was die Gesamtlage betrifft: „Wir werden aus dieser Situation herauskommen.“ Den ersten Schritt aus der Abwärtsspirale wollen die Wölfe nun ausgerechnet in München machen. Verzichten müssen sie dabei auf die gesperrten Mittelfeldspieler Maximilian Arnold (fünfte Gelbe) und Paul Seguin (Gelb-Rot). Vielleicht die erneute Chance für Draxler, der laut Ismaël „gut trainiert“ habe.

Von Andreas Arens

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare