Fußball – Europa League-Auslosung: VfL Wolfsburg sieht gute Chance aufs Weiterkommen

Heimattrip: Guilavogui flippt aus vor Freude

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Alte Bekannte: KAA Gent räumte der VfL Wolfsburg schon einmal im Champions League-Achtelfinale 2015/16 aus dem Weg. Josuha Guilavogui (hinten) freut sich besonders auf die Duelle mit St. Etienne. 

Monaco/Wolfsburg – Der gestrige Freitag im Fürstentum Monaco, 13.24 Uhr: Der VfL Wolfsburg ist endgültig zurück auf der europäischen Bühne! In diesem Moment fischte der Ex-Profi Paulo Ferreira bei der Auslosung zur Europa League-Gruppenphase den Zettel mit den Wölfen aus dem Lostopf 1.

Und verewigte ihn damit als Kopf der Gruppe I. Dort bekommt es der Tabellensechste der abgelaufenen Bundesliga-Saison beim internationalen Comeback mit dem alten Bekannten KAA Gent (Belgien), Josuha Guilavoguis Jugendliebe AS Saint-Etienne (Frankreich) und No-Name-Gegner PFK Olexandrija (Ukraine) zu tun. Keine extrem klangvolle, dafür aber eine machbare Division für den VfL.

Die Reaktionen fielen positiv aus. VfL-Cheftrainer Oliver Glasner sprach von einer „spannenden Gruppe. Das sind alles gute Ligen. Ich kenne die Mannschaften nicht im Detail, erwarte schon spielstarke Gegner.“ Indes meinte Sportdirektor Jörg Schmadtke: „Von den Namen her scheinen es erst einmal nicht die attraktivsten Gegner zu sein, von der sportlichen Qualität der Teams sind sie es allerdings schon.“ Mittelfeldspieler Maximilian Arnold fasste es treffend zusammen: „Die Chance weiterzukommen sollte gegeben sein.“

Der Trainerstab wird in den nächsten Tagen und Wochen damit beginnen, die Rivalen näher unter die Lupe zu nehmen. Glasner bekräftigte noch einmal das vorab formulierte Ziel, „in der Europa League zu überwintern“. Der große Traum aller 48 Mannschaften ist das Endspiel am 27. Mai 2020 im polnischen Danzig. In der knapp 44 000 Zuschauer fassenden EURO 2012-Arena wird der Nachfolger des amtierenden Champion FC Chelsea ermittelt.

KAA Gent

Für die Wölfe kein Niemandsland. Beim letztmaligen Auftritt im europäischen Fußball standen sich beide Clubs im Achtelfinale der Champions League-Saison 15/16 gegenüber. Der VfL setzte sich gegen die Belgier (letzte Saison 5. in der Jupiler League) mit 3:2 (A) und 1:0 (H) durch. Daher betonte Maximilian Arnold, neben Josuha Guilavogui und Robin Knoche einer von drei verbliebenen Mohikanern aus den einstigen Duellen mit den Indianern: „An Gent haben wir gute Erinnerungen. Es wurde da zwar am Ende etwas heißer, aber wir haben gewonnen.“ KAA hatte sich erst über die Qualifikation für die Gruppenphase qualifiziert, schaltete nacheinander Viitorul Constanta (Rumänien/6:3, 1:2), AEK Larnaka (Zypern/1:1, 3:0) und am Donnerstag in den Play-Offs HNK Rijeka (Kroatien/2:1, 1:1) aus.

AS Saint-Etienne

Nicht nur französischer Rekordmeister (!), sondern auch Jugendverein von Josuha Guilavogui! Wolfsburgs Kapitän wurde dort zum Profi. Kein Wunder, dass gestern direkt nach der Auslosung das Handy nicht mehr stillstand. „Ich habe so viele Nachrichten auf einmal bekommen. Dass wir gegen Saint-Etienne spielen, ist der absolute Wahnsinn. Für mich wird ein Traum wahr, ich habe mir das Los so sehr gewünscht. Ich kann meine Emotionen kaum beschreiben.“ Der VfL-Abwehrchef unkte, er werde eine komplette Tribüne für seine Familie und Freunde brauchen... Dort oben geht es bekanntlich hoch her, weiß VfL-Coach Glasner. „St. Etienne hat ein sehr euphorisches Publikum.“ In der Tat gilt die Fanszene als eine der aktivsten und treuesten in Frankreich. Der Club aus der Industriestadt südwestlich von Lyon trägt genau wie die Wölfe die Farben Grün-Weiß und schloss die vergangene Spielzeit in der Ligue 1 mit Platz vier ab. Die Wölfe hatten dort leihweise ihren Stürmer-Flop Paul-Georges Ntep (jetzt Kayserispor) geparkt. Stars des aktuellen Tabellen-14. sind der tunesische WM-Teilnehmer Wahbi Khazri und Yann M’Vila.

PFK Olexandrija

Während Wolfsburgs Torjäger Wout Weghorst die ersten zwei Gegner als „starke Mannschaften im eigenen Land“ einstuft, wusste er – wie vermutlich alle – mit dem Club aus der Ukraine (in der Vorsaison dort 3.) herzlich wenig anzufangen. Wenngleich er mit seinem Ex-Club AZ Alkmaar einmal in der Vorbereitung auf Olexandrija getroffen sei, hätte er schlichtweg „keine Ahnung“, was den VfL erwartet. Auch Arnold zuckte mit den Schultern: „Mit Olexandrija muss man sich erst einmal beschäftigen...“ Weghorsts Wunsch ging übrigens nicht in Erfüllung: „Ich hatte natürlich auf einen alten Verein gehofft – Alkmaar ist ja weiter. Aber auch diese Gegner sind geil, wir wollen so weit wie möglich kommen.“

VON INGO BARRENSCHEEN

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