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Hauptsächlich Kopfsache!

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Das will Wolfsburgs Trainer Lorenz-Günther Köstner gegen Leverkusen nicht sehen. Diego und Ivica Olic (r.) lassen Nürnbergs Timothy Chandler zu viel Platz. © dpa

Wolfsburg - Von Matthias Jansen. Torwart Diego Benaglio hechtet nach rechts und links, Abwehrmann Marcel Schäfer schraubt sich klärend zum Kopfball hoch und Spielmacher Diego drischt einen imaginären Ball mit voller Wucht in Richtung Fernseher.

Fiktive Szenen aus Wolfsburger Wohnzimmern beim gestrigen Europa League-Spiel von Bayer 04 Leverkusen gegen Rapid Wien. Und dennoch: VfL-Trainer Lorenz-Günther Köstner würde diese überaus intensive Vorbereitung seines Teams auf das Heimspiel der Wölfe gegen die Werkself aus Leverkusen (Sonntag, 15.30 Uhr) durchaus begrüßen.

„Ich sage meinen Spielern immer, sie müssen schon da sein, bevor sie ins Stadion kommen“, fordert der Wolfsburger Interimstrainer stets die äußerste Konzentration auf die kommende Aufgabe. Gerade nach einer kraftraubenden, englischen Woche mit drei anstrengenden Pflichtspielen sei es „hauptsächlich Kopfsache“. Köstner unterstreicht: „Wenn man im Kopf dazu bereit ist, wirkt das Wunder.“

Und ein Mirakel muss – trotz des Mini-Aufschwungs bei der Köstner-Truppe – schon her, um das seit elf Partien unbesiegte Bayer in die Knie zu zwingen. „Sie werden mit breiter Brust antreten. Uns ist bewusst, dass wir auf eine sehr starke Mannschaft treffen“, erklärte die Wolfsburger Übergangslösung, die nicht glaubt, aus dem Euro-Auftritt der Rheinländer Profit schlagen zu können.

„Wenn eine Mannschaft funktioniert, sind derlei Belastungen kein Problem“, meint Köstner, der gerade aus der Klasse Leverkusens die Zuversicht schöpft, sein Team könne sich daran aufrichten und den ersten Heimsieg landen.

„Ich hoffe, dass meine Mannschaft noch fokussierter und konzentrierter ist“, so Köstner, dessen Augenmerk vor allem auf der Abwehrarbeit liegt. In einem gemeinsamen Videostudium aller 17 Gegentore der Saison hatte Köstner herausgearbeitet, dass die Spieler zu weit voneinander entfernt standen.

Deshalb gelte es, gemeinsam gegen „alle Stärken des Gegners anzukämpfen“. „Alle müssen zusammenarbeiten, damit wir Leverkusen so weit wie möglich vom eigenen Tor fernhalten können“, so Köstner, der auf Vieirinha (Muskelverhärtung) verzichten muss. Marcel Schäfer (Grippe) soll wieder fit sein.

Damit könnte der VfL auch im vierten Spiel in Folge mit der gleichen Startelf auflaufen. Und dieses Kollektiv soll dagegenhalten und die Chancen nutzen. Vielleicht haben die Wölfe ja auch schon einheitlich vor dem Fernseher für ihren Einsatz gegen Bayer geübt.

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