Fußball – Europa League: Schwache Wölfe biegen Spiel gegen Malmö in ein 2:1

Ein hartes Stück Knäckebrot...

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Freude gepaart mit Erleichterung: Wolfsburgs blasser Stürmer Wout Weghorst (l.) herzt Torschütze Josip Brekalo nach dessen Blitz-Ausgleich gegen Malmö FF. Der VfL gewann am Ende mit 2:1.

Wolfsburg – Offenbar müssen die Fußballer des VfL Wolfsburg in Heimspielen immer erst ein wenig getriezt werden, um in Gang zu kommen. So auch gestern Abend im Hinspiel des Europa League-Sechzehntelfinals gegen den Underdog Malmö FF.

Erst der schnelle Rückstand unmittelbar zu Beginn der zweiten Halbzeit rüttelte den Bundesliga-Neunten wach, er erledigte seine Hausaufgaben dann doch noch erfolgreich mit 2:1 (0:0) vor der abermals enttäuschenden Kulisse von 13801 Zuschauern. Davon wohlgemerkt über 4000 schwedische Schlachtenbummler.

Eine enge Kiste: Wolfsburgs Kevin Mbabu (l.) und Malmös Sören Rieks.

Kapitän Josuha Guilavogui war auf Wolfsburger Seite nicht rechtzeitig fit geworden, an seiner Stelle stellte Cheftrainer Oliver Glasner Yannick Gerhardt in die Schaltzentrale. Aus der allerdings herzlich wenig Impulse hervorgingen. Dem VfL fehlten gänzlich die zündenden Ideen, um das schwedische Knäckebrot zu durchbrechen. Die berühmten letzten Pässe steuerten meist ins Nirgendwo. Von Malmö kam zwar herzlich wenig Offensiv-Initiative. Doch der passive Part langte bis dato, um die wenig zielgerichteten Wölfe im Zaum zu halten.

Und dann tat sie sich mit einem Mal doch auf, die Riesen-Gelegenheit zum ersehnten Dosenöffner: Doch Josip Brekalo drosch die Kugel nach einem vermeintlich tödlichen Steilpass von Xaver Schlager mit links an die Latte (37.)! Die einzige wirklich aufregende Szene des äußerst dürftigen ersten Durchgangs, da die Gäste kurz vor der Pause mit einem Freistoß aus aussichtsreicher Position von der Strafraumkante in der Mauer hängen blieben.

Nur zwei Minuten nach Wiederbeginn sollte es dem Wolfsburger Stadionsprecher jedoch fast ein wenig die Stimme verschlagen – als er tatsächlich das 0:1 verkünden musste... Ein Gegentor aus heiterem Himmel! Und nach einer Verkettung von Fehlern, finalisiert mit dem unglücklichen Handspiel von Kevin Mbabu beim Kopfball von Christiansen im Sechzehner. Der frühere Leverkusener Isaac Kiese Thelin verabreichte den Wölfen eine eiskalte Dusche (47.) und bescherte Malmö das wichtige Auswärtstor.

Doch die Gegen-Reaktion folgte auf dem Fuße. Denn bei seinem zweiten Zug in den Strafraum zielte Brekalo genauer und zirkelte das Leder sehenswert in den Knick. Der Blitz-Ausgleich (49.)! Und es sollte noch besser kommen, denn Admir Mehmedi brachte die Wolfsburger Comeback-Qualitäten mit seinem Kopfballtreffer auf den Punkt (63.). Spiel gedreht!

Einen Vorwurf mussten sich die Grün-Weißen dennoch gefallen lassen: Kaum hatten sie die Partie vermeintlich wieder unter Kontrolle, nahmen sie sich auch schon wieder ein Stück zurück, statt die Ausgangslage für das Rückspiel eine Woche später noch zu optimieren. Auch schon häufig gesehen in jüngerer Vergangenheit. Und so reisen sie mit einem nicht sonderlich bequemen Polster in den Hexenkessel von Malmö. Dort erwartet die Glasner-Elf noch einmal ein heißer Tanz. Es ist erst Halbzeit in diesem Duell.

VON INGO BARRENSCHEEN

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