Fußball – Champions League, Gruppe B: Eindhoven nimmt Revanche gegen absolut enttäuschende Wolfsburger

Harmlos im Hexenkessel: VfL muss zittern!

Autsch, das tut weh! Der VfL Wolfsburg (Maximilian Arnold) lieferte gestern Abend am vierten Spieltag der Champions League eine enttäuschende Leistung ab und muss ums Weiterkommen zittern.
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Autsch, das tut weh! Der VfL Wolfsburg (Maximilian Arnold) lieferte gestern Abend am vierten Spieltag der Champions League eine enttäuschende Leistung ab und muss ums Weiterkommen zittern.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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dpa/ib Eindhoven. Wie gewonnen, so zerronnen. Mit einem erschreckend harmlosen und zerfahrenen Auftritt im Hexenkessel Philips-Stadion brockte sich der VfL Wolfsburg gestern Abend in der Champions League eine 0:2 (0:0)-Pleite beim PSV Eindhoven ein!

Statt eines großen Schritts in Richtung Achtelfinale in der Gruppe B der Sturz auf Platz drei nach vier Spieltagen.

Huckepack-Holländer: Eindhovens Spieler bejubeln vor den frenetischen Fans den 1:0-Führungstreffer durch Jürgen Locadia. Am Ende glich die PSV Revanche im direkten Vergleich aus.

Eine Platzierung, die gleichbedeutend mit der Europa League wäre. Diese hatte VfL-Trainer Dieter Hecking vorab als „Abfallprodukt“ bezeichnet. Man muss es in diesem Kontext so hart sagen: Die Wölfe lieferten zwei Wochen nach dem Hinspiel-2:0 Müll ab... In 90 Minuten brachte der deutsche Pokalsieger keine einzige wirklich zwingende Torchance zustande!

Vielmehr führte ein Stellungsfehler von Rechtsverteidiger Sebastian Jung vor ausverkauftem Haus zur PSV-Führung durch Jürgen Locadia (56.). Der frühere Gladbacher Luuk de Jong machte den Deckel auf die Revanche (86.). In drei Wochen bei ZSKA Moskau muss der VfL nun punkten, um die Chance auf die K.o.-Runde in der umkämpften Gruppe zu wahren.

Nach der großen Rotation im Bundesligaduell mit Leverkusen überraschte Hecking erneut: Lediglich der Niederländer Bas Dost und der Franzose Josuha Guilavogui rückten zurück in die Startelf. „Ich hoffe, dass er nicht zu heiß ist, dass er seine Emotionen im Griff hat“, sagte Hecking vor der Partie bei Sky zum Einsatz von Dost. Nun ja: Wie die komplette Wolfsburger Offensive war der Holländer gegen seine Landsleute bis auf eine Chance (22.) abgemeldet. Weltmeister Julian Draxler, gegen die Bayer-Elf noch der Matchwinner, musste überraschend erneut auf die Bank.

Das erste Achtungszeichen setzte PSV-Kapitän de Jong mit einem Kopfball, mit dem Wolfsburgs Keeper Diego Benaglio aber kein Problem hatte (7.). Bei Jeffrey Brumas 35-Meter-Kracher hatte der Schweizer die Fingerspitzen noch am Ball (17.) – die erste echte Chance in einem ausgeglichenen Duell.

Angestachelt von den heißblütigen Fans war Eindhoven von Anfang an bemüht, das Spiel zu machen und Druck aufzubauen. Doch der VfL stand zunächst sicher, machten die Räume dicht. Als die PSV nach einer halben Stunde einige Male gefährlich vor dem VfL-Tor auftauchte, war Benaglio wieder auf dem Posten. Glück hatte er nach einer Aktion von Locadia, als er den Ball erst im Nachfassen vor dem einschussbereiten de Jong unter Kontrolle bekam (45.). Das 0:0 zur Halbzeit war leistungsgerecht – bei 50:50 Ballbesitz hatten die Gastgeber lediglich ein Chancenplus.

Und das sollte sich dann auch auszahlen. Wolfsburgs Abwehr ließ sich bei Locadias erstem Tor in der Königsklasse zu leicht aushebeln. Hecking reagierte, brachte Nicklas Bendtner und Draxler. Doch die Wechsel verpufften wirkungslos. Bis auf einen Distanz-Schuss von Naldo beschwor der VfL keine Gefahr mehr herauf.

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