„Handspiel nicht wahrgenommen“

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Für Schiedsrichter Wolfgang Stark gab es nach dem 2:2 von der Tribüne eine Bierdusche.

dpa/am Wolfsburg/Frankfurt. Am Sonnabend schwieg er nach dem 2:2 des VfL Wolfsburg und dem übersehenen Handspiel-Tor des Schalkers Huntelaar, nun hat sich Schiedsrichter Wolfgang Stark doch noch zu Wort gemeldet. „Ich kann nur sagen, dass wir das Handspiel nicht wahrgenommen haben.“

Der Referee aus Ergolding wehrt sich nach dem Wolfsburg-Spiel gegen den Vorwurf der Arroganz. „Dem kann ich in keiner Weise zustimmen“, sagte der 40-Jährige der Nachrichtenagentur dpa. „Meine Körpersprache ist relativ ausgeglichen und ruhig – wie die der anderen Schiedsrichter auch.“ Schützenhilfe erhält Stark von Herbert Fandel: Der Vorsitzende der neuen Unparteiischen-Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wollte bei der Managertagung am Montag in Frankfurt/Main erst gar keine Missstimmung zwischen den Proficlubs und der schwarzen Zunft aufkommen lassen und findet es „unfair und anmaßend“, Stark Selbstherrlichkeit zu unterstellen. „Es wäre fatal, einen Schiedsrichter aufgrund eines Einzelfehlers infrage zu stellen“, sagte Fandel. Nach dem 2:2 zwischen dem VfL Wolfsburg und Schalke 04 hatte sich Stark in Sicherheit bringen müssen: Dem Ausgleich der Gäste war eine klare Regelwidrigkeit von Klaas-Jan Huntelaar vorausgegangen. „Ich kann nur sagen, dass wir das Handspiel nicht wahrgenommen haben. Mit wäre es auch lieber gewesen, wir hätten die Szene auf dem Radar gehabt“, sagte Stark über sich und seine WM- erprobten Assistenten Jan-Hendrik Salver und Mike Pickel. Der DFB beschäftigt sich nun mit dem Sonderbericht Starks: Von der Tribüne gab es Bierduschen, Wolfsburgs Manager Dieter Hoeneß ließ Schimpftiraden ab und VfL-Coach Steve McClaren klatschte in die Hände. Stark empfand dies als höhnischen Beifall, laut VfL ist es lediglich der Hinweis auf Huntelaars Handspiel gewesen. „Er demonstriert, dass er die Macht hat“, kritisierte VfL-Manager Dieter Hoeneß. „Mit ihm kann man nicht reden, er ist arrogant“, sagte VfL-Torjäger Edin Dzeko und forderte gar eine Strafe: „Das ist keine Kleinigkeit, der Schiedsrichter entscheidet Spiele.“ Beim VfL stieß auch die Rote Karte gegen Ashkan Dejagah in der 78. Minute auf Unverständnis, da kurz darauf Schalkes Atsuto Uchida in einer ähnlichen Aktion gegen Mario Mandzukic nur Gelb sah. „Wolfgang Stark ist nicht unser bester Schiedsrichter im Moment. Er hat deutlich an Qualität verloren und muss sein Spiel überprüfen“, hatte Hoeneß noch am Sonntag geätzt.

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