Gut, aber noch nicht gut genug!?

Der VfL Wolfsburg (Daniel Caligiuri, Diego Benaglio und Slobodan Medojevic/v.l.) kamen gegen Leverkusen nur selten so in Bedrängnis.
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Der VfL Wolfsburg (Daniel Caligiuri, Diego Benaglio und Slobodan Medojevic/v.l.) kamen gegen Leverkusen nur selten so in Bedrängnis.

Wolfsburg. Oh, wie ist das schön. Der 22. Spieltag in der Fußball-Bundesliga war für den VfL Wolfsburg wie gemalt. Während die Konkurrenten aus Dortmund, Schalke und Mönchengladbach patzten, erledigten die Wölfe durch das 3:1 (1:1) gegen den Zweiten Bayer 04 Leverkusen ihre Hausaufgaben und haben als Fünfter nun selbst die Champions League-Plätze im Visier.

Die Königsklasse sei für die Wölfe, die nun so erfolgreich wie in der Meisterschaft 2009 spielen, aber nicht das Ziel. „Realistisch sind die Plätze fünf, sechs, sieben“, dämpfte Trainer Dieter Hecking die Euphorie. Auch wenn der VfL-Coach zugab, doch auf den vierten Platz zu schauen. Sollten die Top Vier der Liga den Wölfen die Chance eröffnen, in ihre Phalanx einzubrechen, müssten die Wölfe da sein, fordert Hecking.

Als Spitzenteam sieht der VfL-Coach seine junge Mannschaft noch nicht. „Wir müssen erst weiter lernen, erfolgreich Fußball zu spielen. Erst wenn wir die Leistung über 90 Minuten abrufen, dann sind wir eine Spitzenmannschaft. Wir hatten gegen Bayer aber auch wieder eine Phase, in der wir wackelig waren“, sagte Hecking.

Die Minuten zwischen der 15. und 45. Minute dürften dem Herrn der Wölfe gar nicht geschmeckt haben. Mit dem ersten Torschuss in einer lange Zeit taktisch geprägten Partie ging der VfL durch Bas Dost (13.) in Führung und „verlor dann den Faden. Wir haben zu viel mit langen Bällen gespielt“, ärgerte sich Hecking.

Zudem stellte sich der Gast auf das frühe Attackieren der Wölfe ein, ließ die Grün-Weißen ins Leere laufen. Dass Bayer bis zum Ausgleich durch Sidney Sam (45.) praktisch ohne Chance war, lag daran, dass Wolfsburg durch unermüdlichen Laufeinsatz fast geschlossen verteidigte.

Das 1:1 mit dem Pausenpfiff sei dennoch ein Schock gewesen, sagte Mittelfeldspieler. Maximilian Arnold. Ein heilsamer Schock. Wie so oft, drehten die Wölfe nach einem Rückschlag auf. Der große „Willen, das Spiel zu gewinnen“ (Manager Klaus Allofs), zahlte sich in der zweiten Hälfte aus. Nach einem abgeblockten Freistoß von Naldo war Ivica Olic hellwach und schob den Ball vor das Leverkusener Tor, wo Luiz Gustavo (58.) entschlossen zum 2:1 vollendete. „Er hat einen 15 Meter Vollsprint hingelegt, um den Treffer zu machen“, lobte Hecking seinen Abräumer.

Während sich Leverkusen nach dem Rückstand schwer tat, ins Spiel zurückzufinden, gewann Wolfsburg an „Präsenz“ und die Zweikämpfe. Nach einem Foul an Joker Daniel Caliguiri verwandelte Ricardo Rodriguez den Elfmeter im Nachschuss zum 3:1-Endstand.

Ein weiterer Sieg für das Ziel der Wölfe, in den internationalen Wettbewerb zu kommen. Welcher es wird, liegt wohl daran, wie schnell die Hecking-Elf lernt, noch erfolgreicher zu spielen. Dass es aber mindestens zu Platz sechs reichen sollte, formulierte Bas Dost. „Wenn wir jetzt nicht in die Europa League kommen, dann haben wir etwas falsch gemacht“, sagte der Wolfsburger Stürmer.

Von Matthias Jansen

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