Der große Freundeskreis...

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Das große Wiedersehens-Fest: Wolfsburgs Manager Klaus Allofs (l.) und Neuzugang Aaron Hunt, der allerdings auszufallen droht, treffen am Sonnabend mit dem VfL...

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Es wird ein großes Wiedersehensfest am kommenden Sonnabend in der VW-Arena (15.30 Uhr/live auf Sky). Werder Bremen schlägt zwar am zweiten Spieltag der neuen Saison in der Fußball-Bundesliga nicht in Wolfsburg auf, doch der Geist von der Weser ist allenthalben spürbar, wenn der VfL sich mit Eintracht Frankfurt misst.

14 Jahre lang bildeten Klaus Allofs und Thomas Schaaf ein praktisch unzertrennliches Paar in Bremen, formten aus finanziell vergleichsweise bescheidenen Mitteln immer wieder einen Champions League-Teilnehmer. Von 1990 bis 1993 hatten sie sogar noch gemeinsam mit dem weißen W auf der Brust gespielt, wurden zusammen Europapokal- und DFB-Pokalsieger sowie Deutscher Meister. Kurzum: Den heutigen VfL-Manager und den neuen Coach der Hessen verbindet eine dicke Freundschaft.

Doch die ruht am Sonnabend für die 90 Minuten plus x. Schaaf hat nicht vor, seinem alten Spezi ein Gastgeschenk zu überreichen. „Egal gegen wen wir antreten, es muss unser Ziel sein, jeden Gegner zu schlagen“, sagte Frankfurts Führungsfigur vor dem Auftritt in Wolfsburg.

Zum Bundesliga-Start gegen den SC Freiburg klappte dies schon einmal. Eintracht-Sportdirektor Heribert Bruchhagen sprach im Anschluss an das 1:0 von einer „aufopferungsvollen Leistung“. Das goldene Tor erzielte Haris Seferovic. Einer von fünf Neuzugängen, die Schaaf in die Startelf beordert hatte. Dazu zählte auch Nelson Valdez. Noch so ein alter Weggefährte des Wolfsburger Managers aus früheren Tagen. Allofs und Schaaf beförderten den Paraguayer einst zum Bundesliga-Profi. Vor der Saison kehrte der heute 30-Jährige noch einmal ins deutsche Oberhaus zurück. Auf Lockruf seines Ziehvaters.

Neu bei den Wölfen ist indes Aaron Hunt. Der Nächste aus der Bremer Beziehungskistenebst Naldo. Gemeinsam mit Valdez erlebten sie die glorreichen Tage an der Weser, nun sind sie Gegner. Wobei Hunt auszufallen droht: Er zog sich im Training eine Risswunde im Schienbein zu. Mit in diesem Topf werfen lassen sich auch Makoto Hasebe, Marco Russ und Alexander Maldung – auch wenn das Trio nicht zu der Bremer Ex-Fraktion gehört, sehr wohl aber eine Wolfsburger Vergangenheit haben. Auf der anderen Seite trifft VfL-Neuzugang Sebastian Jung auf seinen Ex-Club. Ein gefühltes Klassentreffen.

Die Mission für Grün-Weiß ist klar: Die nicht sonderlich wundersame und doch ärgerliche Auftakt-Niederlage bei den Bayern muss geradegebogen werden. Um nicht gleich zu Saisonbeginn den eigenen Ansprüchen hinterherzulaufen. Wolfsburg will ins internationale Geschäft. Möglichst in die ertragreiche Champions League.

Bleibt abzuwarten, ob Chefcoach Dieter Hecking für die ersten drei Punkte der Saison seine Startformation ändert. Maximilian Arnold wäre die erste Alternative für den gegen Bayern enttäuschenden Hunt. Stammkeeper Diego Benaglio (Infekt) und auch sein Schweizer Landsmann Ricardo Rodriguez (Grippe) sind Wackelkandidaten für Sonnabend. Hecking muss also womöglich notgedrungen umbauen.

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