"Grafeko" wird zu Vehs Alptraum

Der VfL Wolfsburg und Grafite sind wieder da. Wolfsburgs Stürmer erzielte gestern Abend beim 3:1-Sieg gegen den Hamburger SV einen Doppelpack.

Hamburg - Von Ingo Barrenscheen . Der Meister-Traumsturm hat Armin Veh das Wiedersehen verhagelt! Grafite (2) und Edin Dzeko, kurz Grafeko, brachten ihrem Ex-Coach gestern die erste Saisonschlappe bei.

Zugegeben ein etwas schmeichelhaftes 3:1 (1:1) für den VfL Wolfsburg beim Hamburger SV – aber die abgezockte Kontertaktik erinnerte doch ein wenig an glorreiche Zeiten. Augenscheinlich hatte sich der HSV den Vorwurf des emotionslosen Derby-Auftritts am Millerntor zu Herzen genommen, nagelte Wolfsburg in der Anfangsphase mit Pressing tief in der eigenen Hälfte fest. Doch die Wölfe fanden zur Überraschung aller ein Schlupfloch aus der Umklammerung: Gleich der erste Konter saß. Edin Dzekos Vollstrecker-Qualitäten widersprachen allen Statistiken bis dahin (15.). Hamburg mit 75 Prozent Ballbesitz, mit einem klaren Plus bei Schüssen und Ecken – doch der VfL in Führung. Eine gewisse Schockstarre konnten die Rothosen nicht verbergen. Doch sie sollte nicht allzu lange vorhalten. Weil Jonathan Pitroipa dem Weltmeister Andrea Barzagli im Geschwindigkeitsduell der Marke Porsche gegen Käfer wegdonnerte und Choupo-Moting vor Simon Kjaer zum Kopfball kam. Der verdiente Ausgleich in der 27. Minute. Neuen Schub bekam der HSV dadurch aber nicht wirklich. Wolfsburgs Motto "Safety first" mit gelegentlichen Nadelstichen bevorzugt durch Dzeko behagte den optisch weiterhin überlegenen Hamburgern nicht. Die Partie verflachte etwas bis zum Pausenpfiff. Um dann kurzweilig ganz und gar in ein Nickerchen zu verfallen. Ein Latten-Kopfball von Heiko Westermann (54.) aber riss die 22 Akteure aus ihren Träumen. Vor allem ein Wecksignal für die Hamburger, die die Schlagzahl wieder erhöhten. Allerdings nur ein kurzer Tritt aufs Gaspedal. Die Wölfe lullten die Hanseaten langsam wieder in den Schlaf. Und traten dort als Alptraum in Person von Grafite auf. Mit einem Doppelpack – übrigens die Bundesliga-Treffer fünf und sechs gegen seinen Lieblingsgegner HSV – ließ er die Fans mit der Raute auf der Brust kreidebleich anlaufen. Und das Ganze ohne Beteiligung von Diego: Der VfL-Superstar blieb nahezu unsichtbar. Allerdings: Auch das 3:1 war noch keine sichere Bank. Mit Glück und Geschick überstanden die Konter-Wölfe noch zwei, drei brenzlige Situationen. Kurz danach war der Mega-Fehlstart vergessen…

Spiel im Stenogramm

HSV: Rost – Demel, Westermann, Mathijsen, Jansen – Jarolim (75. Elia), Zé Roberto – Pitroipa, Petric, Choupo-Moting (75. Trochowski) – van Nistelrooy

VfL: Benaglio (Note 2) – Pekarik (3), Barzagli (4), Kjær (3), Schäfer (3) – Josué (5/76. Madlung) – Hasebe (4), Kahlenberg (3/90. Johnson) – Diego (5/88. Dejagah) - Grafite (2), Dzeko (3)

Tore: 0:1 Dzeko (15.), 1:1 Choupo-Moting (27.), 1:2 Grafite (72.), 1:3 Grafite (78.)

Zuschauer: 50.000

Schiedsrichter: Günter Perl (Pullach)

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