Gleiche Prozedur wie immer: Zu wenig Mumm in München

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Reingefallen... Wolfsburgs Felipe Lopes kann nach seiner missglückten Rettungsaktion nur noch zuschauen, wie der von ihm angeschossene Arjen Robben die Entscheidung bejubelt. Bayern schlug den VfL 2:0.

dpa/ib München. Nein, der Butler James, Miss Sophie oder Mr. Winterbottom hatten sich nicht auf den Rasen der Allianz-Arena geschlichen. Und doch kamen sich die Fußballer des VfL Wolfsburg vor wie beim Silvester-Klassiker „Diner for one“ – die gleiche Prozedur wie jedes Jahr. Oder um beim Film-Genre zu bleiben: Und täglich grüßt das Murmeltier... Im 17. Anlauf in München (15 in der Bundesliga, zwei im Pokal) gingen die Wölfe zum 16. Mal leer aus.

0:2 (0:0) beim alten und neuen Tabellenführer. Zumindest etwas Mühe hatten die Grün-Weißen dem FC Bayern abgerungen, der sich allerdings noch längst nicht wieder in Galaform präsentierte. „Für mich war der Sieg hochverdient. Er gibt uns Sicherheit“, sagte Münchens Trainer Jupp Heynckes.

Torjäger Mario Gomez sorgte in der 60. Spielminute mit seinem 17. Saisontor für das erlösende 1:0 des Rekordmeisters. In der Nachspielzeit erhöhte Arjen Robben, der von VfL-Innenverteidiger Felipe Lopes bei einer erfolglosen Rettungsaktion auf der eigenen Torlinie angeschossen wurde, zum Endstand.

Nichts Neues also im Süden. VfL-Coach Felix Magath zeigte sich mit Abstrichen dennoch zufrieden über den Auftritt der weiterhin auswärtsschwächsten Truppe der Liga. „Ich habe bei meiner Mannschaft Fortschritte nach vorne gesehen. Bis zum 0:1 haben wir gut verteidigt.“

Heynckes hatte nach der 1:3-Pleite in Mönchengladbach eine Reaktion seiner Mannschaft gefordert. Insbesondere Franck Ribéry sprühte nach seiner Sperre vor Ehrgeiz. Der Franzose rannte sich bei seinen Dribblings zwar häufig fest, war aber an den meisten gefährlichen Aktionen beteiligt. Auch den aus Wolfsburger Sicht unglücklichen Freistoß vor dem 1:0 holte er heraus.

Im Großen und Ganzen entpuppte sich das Bayern-Spiel aber über weite Strecken als zu statisch. Die Wölfe, bei denen Magath vier Umstellungen (Marco Russ in der Abwehr, Chris als zweiter Sechser, Makoto Hasebe als rechter Außenbahner und Mario Mandzukic in der Spitze) vorgenommen und drei seiner Neuzugänge aufgeboten hatte, standen geordnet. „Es war klar, dass Wolfsburg den Abwehrriegel nicht über 90 Minuten durchhalten kann“, meinte dagegen Heynckes und lobte die „Geduld“ seiner Mannschaft.

Ein frühes Kopfballtor von Gomez wurde wegen Abseits nicht anerkannt (7.). Der Nationalstürmer vergab danach eine Großchance, als er nach Zuspiel von Bastian Schweinsteiger freistehend vor dem Tor den Ball nicht traf (19.). Auch Thomas Müller verzog mit links (40.). Die Gäste igelten sich zwar nicht hinten ein, waren aber im Angriffsspiel zu harmlos. Ein Schuss von Mandzukic wurde von Schweinsteiger abgeblockt (45.). „Ein bisschen mehr Mumm“ hätte sich Magath bei den Offensivbemühungen gewünscht.

Nach der Pause erzwang Ribéry bei einem Dribbling einen Freistoß, der zum Münchner Führungstor führte: Nach der Hereingabe von Kroos staubte Gomez aus kurzer Distanz ab. Der Bann war gebrochen.

Erst in der Nachspielzeit sorgte der eingewechselte Olic für die Entscheidung. Sein Heber über Benaglio hinweg führte zum glücklichen Robben-Tor.

Angesichts der Zaghaftigkeit im Offensivspiel war Magath „über das Ergebnis etwas enttäuscht“. Doch auch er musste eingestehen, dass der Bayern-Sieg vollkommen in Ordnung ging. Wieder einmal.

 

Das Spiel im Stenogramm:

Bayern München: Neuer – Rafinha, Boateng, Badstuber, Lahm – Schweinsteiger, Kroos – Robben, T. Müller (66. Gustavo), Ribéry (89. Alaba) – Gómez (74. Olić).

VfL Wolfsburg: Benaglio – Träsch, Russ , Felipe, Rodríguez – Hasebe (82. Polter), Chris(41. Koo) – Dejagah, Jiráček (66. Sio), M. Schäfer – Mandžukic.

Tore: 1:0 Gómez (60.), 2:0 Robben (90.+2).

Gelbe Karten: Rafinha / Russ, Hasebe.

Zuschauer: 69.000 (ausverkauft).

Schiedsrichter: Zwayer (Berlin).

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