Das Gleiche in Grün

+
Das Gleiche in Grün: Wie schon gegen Stuttgart erzielte Joker Sebastian Polter (l.) das goldene Tor für den getunten VfL Wolfsburg. Dieser feierte durch das 1:0 gegen den 1. FC Köln einen gelungenen Rückrunden-Start.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Was hat Felix Magath nicht am VW-Klub rumgeschraubt in der Winterpause. Nicht aber ein Bestandteil des neuen Tuning-Pakets hat den Motor des VfL Wolfsburg zum Start der Rückrunde in der Fußball-Bundesliga auf Touren gebracht, sondern ein alter Zylinder. Sebastian Polter bescherte der millionenschwer gepimpten Edelkarosse einen Einstand nach Maß. Stuttgart reloaded.

Das Gleiche in Grün(Weiß). Wie schon im letzten Hinrundenspiel gegen die Schwaben kam Polter, traf und Wolfsburg siegte (78.) 1:0. Ein erlösender Moment für die dominanten, aber wie 2011 selten durchschlagskräftigen Wölfe.

Wobei Magath die Leistung seines Teams positiver interpretierte als so manch einer der gut 27000 Zuschauer. „Ich habe schon viel mehr Struktur gesehen im Spiel als in der Hinrunde. Wir haben gute Ansätze gezeigt. Man hat aber auch gesehen, dass es noch Steigerungspotenzial gibt. Das lässt mich gelassen in die Zukunft schauen.“

Von den acht Neuerwerbungen standen gegen Köln gleich vier in der Startformation. Innenverteidiger Felipe Lopes (kam von Nacional Funchal) hatte Glück, dass sein Gegenpart Milivoje Novakovic seine seltenen, dann aber umso größeren Freiheiten nicht mit einem Tor bestrafte (21., 76.) und zweimal kläglich an VfL-Keeper Diego Benaglio scheiterte.

Ansprechend das Debüt von Linksverteidigers Ricardo Rodriguez (vorher FC Zürich). Magaths Königstransfer durfte sich auf Anhieb an Standardsituationen beteiligen, passte sich aber zumindest in diesem Punkt den meist schwachen Versuchen seiner Vorgänger an.

Petr Jiracek (Viktoria Pilsen) gefiel durchaus als offensiverer Part der tschechischen Doppelsechs mit Jan Polak, vermochte trotz aller Bemühungen aber noch nicht für vollendete Inspiration zu sorgen. Letzteres galt auch für Vieirinha (PAOK Saloniki), der seine Dribbelkünste nur selten zur Schau tragen konnte und zur Halbzeit mit wieder aufgebrochenen Adduktoren-Problemen draußen bleiben musste.

Wolfsburgs Bester am Sonnabend war ein alter Bekannter: Ashkan Dejagah. Ärgerte sich maßlos, als ihm Schiedsrichter Tobias Welz (8.) wie wenig später auch Marcel Schäfer(12.) einen Strafstoß verweigerte. „Ein klarer Elfmeter. Mein Gegenspieler Christian Eichner hat in der Halbzeitpause selbst noch zu mir gesagt, den muss er geben.“ Den muss er machen hieß es aus Dejagahs Sicht dann in der 80. Minute: Der agile Deutsch-Iraner ließ eine Vorlage des belebenden fünften Debütanten Giovanni Sio durchflutschen. „Wenn ich nur daran denke, rege ich mich schon auf“, ging Asche selbst mit sich hart ins Gericht.

Letztlich aber alles nicht spielentscheidend. Diese Rolle blieb Wolfsburgs Polter-Geist vorbehalten. Kölns Ex-VfLer Sascha Riether hatte ein „Spiel auf des Messers Schneide“ gesehen. „Es war klar: Wer das erste Tor macht, gewinnt.“ Für seinen aufgemotzten alten Arbeitgeber war dieser goldene Treffer die dringend benötigte Starthilfe. Monteur Magath lächelte vergnügt: „Gerade einer neuen Mannschaft tut das gut, so wächst sie zusammen.“

 

Das Spiel im Stenogramm:

VfL Wolfsburg: Benaglio – Träsch, Madlung, Felipe Lopes, Rodriguez – Polák, Jiracek (79. Josue) – Dejagah, Schäfer – Koo (74. Sio), Vierinha (46. Polter).

1. FC Köln: Rensing – Brecko, Pezzoni, Geromel, Eichner – Clemens (85. Roshi), Lanig (85. Ishak), Riether, Peszko (63. Jajalo) – Podolski – Novakovic.

Tor: 1:0 Polter (78.).

Gelbe Karten: Lopes / Jajalo, Eichner.

Zuschauer: 27.057.

Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare