Fußball – Bundesliga: Wölfe-Schlappe bei willensstarken Bremern

Das Wir gewinnt...

Gesenkte Häupter: Kein Bild mit Seltenheitswert zurzeit bei den Wölfen (Bas Dost). Der VfL steckt in der Krise.
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Gesenkte Häupter: Kein Bild mit Seltenheitswert zurzeit bei den Wölfen (Bas Dost). Der VfL steckt in der Krise.
  • vonInes Bräutigam
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dpa/ib Bremen. So sieht das (nicht) aus, wenn man seine Chance am Schopfe packt!

Eine aufopferungsvolle und auftrumpfende Mannschaft des SV Werder Bremen gab dem leidenschaftslosen und uninspirierten Sammelsurium vom VfL Wolfsburg am Sonnabend in der Fußball-Bundesliga Anschauungsunterricht als zielorientiertes Kollektiv. Dementsprechend fiel die Ehrenrunde der Werder-Profis nach dem verdienten 3:2 (1:1)-Sieg deutlich länger aus als sonst.

Die Entscheidung: Bremens Sambou Yatabaré muss den Ball nur noch zum 3:1 über die Linie drücken.

Bremen steht zusammen im Kampf um den Klassenerhalt – die Wölfe indes agierten wieder einmal wie Einzelteile. „Die Unterstützung war Wahnsinn“, sagte der erleichterte SVW-Coach Viktor Skripnik, dessen Position nun wieder etwas gestärkt ist. Der neue Rekordtorschütze Claudio Pizarro, Fin Bartels (65.) und Sambou Yatabaré (83.) schossen den elementar wichtigen Dreier für Bremen heraus. Josuha Guilavogui (36.) und Bas Dost (87.) trafen für den VfL. Mit nun 31 Punkten geht Werder nächsten Freitag ins Nordderby beim Hamburger SV. „Die Mannschaft hat die Aufgabe erfüllt und eine gute Antwort gegeben“, sagte Manager Thomas Eichin.

Champions League-Viertelfinalist Wolfsburg kann hingegen endgültig einen Haken machen hinter eine erneute Europacup-Quali. Verdient wäre sie ohnehin nicht... „Wir waren nicht kompakt genug und nach vorn nicht zwingend“, kritisierte Coach Dieter Hecking. So hätte sich der VfL über die drei Gegentore – mit denen er noch gut bedient war – nicht wundern müssen.

Da war die VfL-Welt zwischenzeitlich wieder in Ordnung: Josuha Guilavogui (2. v. l.) überwindet Felix Wiedwald zum 1:1.

Skripnik hatte sein Team nach dem 1:2 gegen Augsburg auf zwei Positionen verändert. Pizarro kehrte nach Bauchmuskelverletzung zurück, Yatabaré verdrängte Levin Öztunali. Mit der lautstarken Unterstützung der Werder-Fans unter den 40 557 Zuschauern begannen die Hanseaten engagiert und zweikampfstark. Die Gäste zeigten sich vier Tage nach dem 0:3 in der Königsklasse bei Real Madrid zwar nicht müde und kamen durch André Schürrle (15.) zur ersten Chance – wenig später handelte sich der Nationalspieler die fünfte Gelbe Karte ein und ist gegen Augsburg gesperrt.

Die Bremer gestalteten das Spiel und hätten durch Florian Grillitsch (19.) in Führung gehen können, doch VfL-Keeper Diego Benaglio wehrte aus kurzer Distanz ab. Wenig später verzeichnete Bartels einen Pfostenschuss (29.). Nach einem Foul von Vieirinha an Zlatko Junuzovic traf Pizarro schließlich per Strafstoß. Die Führung hielt aber nur vier Minuten. Nach einem Eckstoß verlängerte Dost auf Guilavogui, der zum 1:1 einköpfte.

Die Gastgeber drängten in Hälfte zwei auf das zweite Tor. Grillitsch (56.) und Junuzovic (60.) verpassten zunächst. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Dosts Anschlusstreffer kam zu spät für eine erfolgreiche Aufholjagd der Wölfe.

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