Fußball – Bundesliga: VfL Wolfsburg hofft heute in Berlin auf die Kehrtwende und das Ende der Torflaute

Gesucht: Aktivposten bei Spätschicht

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Die hohe Kunst des Fußballs hat der VfL Wolfsburg schon länger nicht mehr abgerufen. Dennoch sind im wörtlich zu nehmenden Abstiegskampf von Daniel Didavi (l.) und Co. heute in Berlin auch kreative Momente unabdingbar für den Befreiungsschlag.

Berlin. Besser spät (gewinnen) als nie. . . Zu ungewöhnlicher Stunde um 20. 30 Uhr (das zweitspäteste Spiel der Bundesliga-Geschichte) nimmt der VfL Wolfsburg am heutigen Samstag nach der Länderspielpause den Endspurt im Kampf um den Klassenerhalt auf.

Das Gastspiel bei Hertha BSC Berlin soll die Wende zum Guten bringen unter dem noch glücklosen Heilsbringer Bruno Labbadia.

Spät der Anstoß, spät auch die Trainingszeit am Gründonnerstag: Erst um 18 Uhr scharte Labbadia die Wölfe im Geheimen um sich. Eine Hommage an die Rückkehr einiger Nationalspieler zu fortgeschrittener Stunde. So sollten Koen Casteels und Co. wenigstens den Vormittag zum Durchschnaufen haben nach ihren langatmigen Trips.

Einen langen Atem werden die Grün-Weißen ahnungsweise auch im Abstiegskampf demonstrieren müssen. Noch deutet nichts auf eine Kehrtwende hin. Auch wenn beim 0:1 gegen Schalke 04 zumindest eine Steigerung erkennbar war. „Die Art und Weise, wie wir dort aufgetreten sind, die war gut. In der jetzigen Phase muss das nun eine Selbstverständlichkeit werden, so aktiv und kompakt aufzutreten. Nach dem Schalke-Spiel haben wir uns also vorgenommen, genau da weiterzumachen“, erklärte Labbadia. Nicht anzuknüpfen gilt es indes an die chronische Torflaute. Diese lässt das alte Stürmer-Herz von Labbadia bluten. Er weiß, wie es ist, starke und schwache Phasen zu durchlaufen. In der Offensive seien Kreativität und auch eine gewisse Leichtigkeit gefragt. Zuvorderst müssten die Wölfe sich das Glück aber im Training erarbeiten. „Anders geht es nicht“, so der Coach. Er wählte für die in Wolfsburg gebliebenen Kräfte einen Mix in der Trainingsgestaltung: „Wir haben die Pause genutzt um die Spieler zu belasten und zu entlasten.“

Wirkliche Entlastung bringt aber nur ein Erfolgserlebnis heute Abend in Berlin. Hertha sei ein eingespieltes Gebilde, „viele Mechanismen und Automatismen greifen ineinander“, nennt Labbadia eine Stärke des Gegners. Umso mehr sind Überraschungsmomente gefragt seitens des VfL. Bleibt die Frage, welcher Startformation Labbadia diese Herausforderung am ehesten zutraut. Wobei für Wolfsburgs Übungsleiter letztlich die handelnden Personen oder das taktische Korsett zweitrangig seien. „System hin oder her, die Frage ist vielmehr: Wie füllt man es aus?“

Von Ingo Barrenscheen

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