Genug gelobt: Hecking will Beweise

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Gewohntes Bild: Der VfL Wolfsburg (Luiz Gustavo, Bas Dost und Daniel Caligiuri/v.l.) jubelt. Der Erfolg der Hinserie muss jetzt bestätigt werden.

Wolfsburg - Von Matthias Jansen. Schau’n mer mal. Das Lob von Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer, der den VfL Wolfsburg als den kommenden, nationalen Herausforderer von Bayern München pries, dürfte Dieter Hecking höchstens innerlich erwärmt haben. Äußerlich blieb der VfL-Trainer vor dem Niedersachsen-Derby gegen Hannover 96 (Sonnabend, 15.30 Uhr) völlig unberührt, wehrte die Lobhudelei der Liga eher ab.

„Wir müssen beweisen, dass die Qualität, die uns von außen zugeschrieben wird, tatsächlich vorhanden ist. Es nützt uns dann auch nichts, permanent gehuldigt zu werden“, erklärte der Wolfsburger Coach und forderte, sein Team müsse nun verinnerlichen, dass jedes Spiel harte Arbeit sei.

Nach der guten Hinserie mit dem Wolfsburger Rekordwert 30 Punkte und dem vielbeachteten Transfer von Kevin de Bruyne, der gegen Hannover in der Startelf debütiert, würden die nächsten Partien nicht zwangsläufig von den Wölfen gewonnen. „Die Bundesliga ist zu eng, um im Vorfeld klare Favoritenrollen zu verteilen“, so Hecking.

Auch Hannover habe die Qualität, um die Plätze fünf bis zehn mitzuspielen, lobte Hecking seinen Ex-Verein, der durch den Trainerwechsel von Mirko Slomka zu Tayfun Korkut neuen Schwung erhalten habe. „Meist werden die neuen Vorgaben nach einem Trainerwechsel von den Spielern noch konzentrierter umgesetzt. Ich bin überzeugt davon, dass wir ein hochinteressantes Spiel erleben werden“, meinte der VfL-Übungsleiter.

Interessant auch, weil die VfL-Fans nicht lange auf das Debüt des neuen Wolfsburger Stars warten müssen. „Kevin de Bruyne wird von Beginn an spielen. Man hat in den wenigen Tagen, die er hier ist, schon deutlich gesehen, welche Fähigkeiten er mitbringt. Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn die Mitspieler ihm sofort die Bälle hinspielen. Ich habe keine Zweifel, ihn gegen Hannover von Anfang an reinwerfen zu können“, sagte Hecking.

Nicht dabei sein werden der gesperrte Patrick Ochs und Jan Polak. Hinter Christian Träsch steht noch ein Fragezeichen. Nach seinem Magen-Darm-Infekt konnte der Rechtsverteidiger bisher nur leichtes Lauftraining absolvieren.

Schon gegen Hannover will Wolfsburg wieder „seinen Weg gehen“, wie Hecking sagte. Die Meinung Beckenbauers, dass der VfL als Hinrundenfünfter auf einem guten Weg sei, dürfte der Herr der Wölfe durchaus wohlwollend und als Anerkennung seiner Arbeit aufgenommen haben.

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