Fußball – Europa League: Dritte VfL-Pleite in Folge gefährdet Weiterkommen

Gent stürzt Wolfsburg in die Krise!

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Sturz in die Krise: Der VfL Wolfsburg (l. Felix Klaus) kassierte in der Europa League die dritte Pleite in Serie gegen KAA Gent (Laurent Depoitre). 

Wolfsburg – Was ist bloß innerhalb von nicht einmal zwei Wochen passiert!? Die Unbesiegbar-Wölfe haben sich um 180 Grad zu Pleitegeiern gedreht. Ein ernüchternder Europa League-Abend endete gestern für den VfL Wolfsburg mit einer 1:3 (1:0)-Schlappe gegen KAA Gent.

Flasche leer!? VfL-Trainer Oliver Glasner.

Nach drei Pleiten in Serie und dabei satten zwölf Gegentreffern erlebt Cheftrainer Oliver Glasner seine erste Krisensituation an der Aller! Ganz davon abgesehen, dass statt einer Vorentscheidung nun das Weiterkommen in der Gruppe I nach vier Spieltagen in Gefahr ist.

Dabei wollten der VfL die Indianer wie schon im Hinspiel (2:2) direkt überfallen, kam erneut fast zur Blitz-Führung bei Chancen von Joao Victor und Josip Brekalo. Zunächst ohne Fortune. Doch als sich die Hausherren gerade eine Verschnaufpause vom Dampfwalzen-Opener zu nehmen schienen, klingelte es dann doch: Victor nutzte seine dritte Abschlusschance nach einem beherzten Einsteigen von Maximilian Arnold im Kopfball-Duell per Direktabnahme zum längst überfälligen 1:0 (20.).

Ein Killer für den grün-weißen Offensivesprit – und im Umkehrschluss ein Weckruf für das bis dahin passive Gent. Plötzlich schoben die Belgier mehr an und wollten offenbar zügig eine Antwort finden. Allerdings ohne einen wirklichen Gefahrenmoment heraufzubeschwören. Die Wolfsburger indes wechselten – als hätte ihnen jemand einen Schlummertrunk verabreicht – in den gefürchteten Verwaltungsmodus. Welcher sich in der Vergangenheit schon häufig als Eigentor erwiesen hatte. Zumindest bis zum Pausenpfiff rächte sich der abrupt aufgetretene Schlafwagen-Fußball nicht.

Aber nach Wiederbeginn! Roman Yaremchuk, schon im ersten Aufeinandertreffen das VfL-Schreckgespenst mit einem Doppelpack, riss alle in Grün-Weiß mit einem Volley-Hammer unters Tordach aus den Träumen. Die große Frage war: Würden die Wölfe den eingerosteten Hebel nun wieder umlegen können?

Die Antwort lautete: nein. Die Bemühungen der Glasner-Elf wirkten verkrampft, Gent wurde kombinationssicherer. Und doch hatte Victor die Riesen-Chance zum Doppelpack – aus Nahdistanz vertan. Stattdessen passierte das, was sich irgendwie angebahnt hatte. Denn auch der zweite KAA-Knipser Laurent Depoitre demonstrierte seine Direktabnahme-Qualitäten und jagte das Leder nach einer Ecke aus der Luft in den Knick (65.). Spiel gekippt!

Fingerzeig in Richtung Gruppensieg: Gents Elisha Owusu (M.) bejubelt den 3:1-Sieg in Wolfsburg.

Spürbar ein Wirkungstreffer. Auch die Hereinnahmen von Yunus Malli und Lukas Nmecha brachten nicht den Umschwung. Im Gegenteil. Michel Ngadeu-Ngadjui durfte – nur begleitet von Jeffrey Bruma – eine Kopfballstaffette zum 1:3 verwerten für die gnadenlos effektiven Belgier.

Und weil auch zwei XXL-Kopfballgelegenheiten durch William und Weghorst nicht den Weg über die Linie fanden, herrschte Wolfsburger Tristesse. Dementsprechend bedient war Glasner: „Dieses Spiel hätten wir nie und nimmer verlieren dürfen. Derzeit schaffen wir es nicht, nach Gegentoren den Glauben an uns wiederzufinden.“

VON INGO BARRENSCHEEN

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