Fußball: Wolfsburg ringt SSC Neapel mit 3:1 nieder / Mehmedi trifft doppelt

Generalprobe geglückt! VfL bereit für Elversberg

Der neue Ersatz-Kapitän? Josuha Guilavogui (r.) durfte in Ignacio Camachos Abwesenheit die Binde tragen.

Wolfsburg. Beim Theater besteht der Aberglaube: Wenn bei der Generalprobe alles glatt läuft, dann könnte es bei der eigentlichen Vorstellung vor dem Publikum zu Problemen kommen.

Das würde dem Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg nach Samstagabend aber mal gar nicht in die Karten spielen. Denn die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia bescherte den 10 211 Zuschauern mit dem 3:1 (1:0)-Sieg über den italienischen Top-Klub SSC Neapel einen mehr als gelungenen Ausklang am Tag der Fans. Was, um im Theaterjargon zu bleiben, bedeuten würde, dass der Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal am kommenden Samstag (15. 30 Uhr) beim Regionalligisten SV Elversberg in die Hose gehen könnte.

Zum Spiel selbst: VfL-Coach Labbadia bewies einmal mehr ein glückliches Händchen. Denn die beiden Joker Daniel Ginczek und Admir Mehmedi drehten quasi im Alleingang die Partie zugunsten der Wölfe. Flanke Ginczek, Tor Mehmedi. So einfach kann Fußball manchmal sein, das sah in der Vergangenheit nicht immer so aus bei den Grün-Weißen.

Nun sollen endlich wieder bessere Zeiten kommen. Das war den Schützlingen von Labbadia von Minute eins an anzumerken. Teilweise sahen die Spielzüge des VfL richtig gefällig aus. So zum Beispiel, als der neue Stürmer-Bulle Wout Weghorst mit einer geschmeidigen Bewegung seinen Gegenspieler Raul Albiol stehen ließ und dann direkt den Abschluss suchte. Der Versuch war dann allerdings zu harmlos (28.). „Den muss ich eigentlich machen“, so der Neuzugang. Trotzdem sollten sich die Bemühungen der Wölfe doch noch bezahlt machen vor dem Pausenpfiff. Nach Doppelpass von Maximilian Arnold und Renato Steffen kam der Ball zum freistehenden Josip Brekalo, der ohne Probleme zur Führung vollendete (43.). Vom Champions League-Teilnehmer aus Italien war dagegen nur wenig zu sehen, auch weil die Wölfe hinten nichts anbrennen ließen. Jérôme Roussillon, Neuverpflichtung für hinten links, trug seinen Teil dazu bei. Der Franzose hielt seine Seite dicht und war immer wieder mit schnellen Tempogegenstößen in der Offensive aktiv.

In der Kabine des SSC schien es von Ex-Bayern-Coach Carlo Ancelotti ein Donnerwetter gegeben zu haben, denn die Blau-Weißen kamen wie ausgewechselt wieder auf den Rasen. Mit viel mehr Druck und Präzision agierte Napoli in Halbzeit zwei und kam somit auch zu ersten zwingenden Chancen. Eine dieser Möglichkeiten nutzte der ehemalige Leverkusener Arkadiusz Milik zum Ausgleich (69.). Frust bei den Wölfen? Von wegen! Die Antwort kam prompt: Ginczeks Hereingabe vom rechten Flügel drückte Mehmedi über die Linie (71.). Und das zwei Minuten später nochmals in gleicher Manier (73.) zum 3:1-Endstand. „Ich fühle mich von Tag zu Tag besser. Zwar bin ich noch nicht der alte Mehmedi, bin aber auf einem guten Weg“, so der Schweizer.

Damit setzt der VfL Wolfsburg ein Ausrufezeichen und scheint gewappnet für den SV Elversberg – Aberglaube hin oder her.

• VfL Wolfsburg: Casteels – William (81. Verhaegh), Knoche (81. Bruma), Brooks, Roussillon (60. Uduokhai) – Guilavogui, Arnold (72. Rexhbecaj), Gerhardt – Steffen (72. Blaszczykowski), Brekalo (60. Mehmedi), Weghorst (45. Ginczek).

• Tore: 1:0 Brekalo (43.), 1:1 Milik (69.), 2:1, 3:1 Mehmedi (71., 73.).

Von Jannis Klimburg

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