Geht Grafite – kommt Kesimal?

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Flüchtet er vor dem Konkurrenzkampf? Grafite (l.) soll angeblich über einen Abschied aus Wolfsburg nachdenken.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Die Fahndungsliste der Verdächtigen für die Innenverteidigung ist beim Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg länger geworden. Die Ermittlungen sollen „Kommissar“ Felix Magath angeblich in die Türkei führen. Derweil denkt sein Lieblingsschüler Grafite offenbar über eine Flucht nach!

Kölns Pedro Geromel (womöglich im Tausch gegen Stürmer Patrick Helmes), Frankfurts Maik Franz und Nürnbergs Andreas Wolf: Dieses Trio hat der VfL für das unterbesetzte Abwehrzentrum bereits ins Visier genommen. Zielperson Nr. 4 soll nun Serdar Kesimal sein. Der in Wuppertal geborene Deutschtürke spielt seit 2009 bei Kayserispor. Die Ablöse soll bei geschätzten 2,5 Millionen Euro liegen. Da dem 22-Jährigen aber eine große Zukunft vorausgesagt wird, könnte der türkische Erstligist bei einem ernsthaften Wolfsburger Interesse den Preis in die Höhe treiben. Die Istanbuler Topklubs Galatasaray, Fenerbahce und Besiktas haben – selbstredend – ebenfalls ihre Fühler ausgestreckt. Außerdem will sich Rubin Kazan die Dienste des Defensivtalents sichern. Der Poker ist eröffnet!

Laut türkischer Medien soll Kesimal bei seinem Noch-Klub auf einen Wechsel zum VfL drängen. Kayserispor ist offenbar gesprächsbereit – der Manager wird wie folgt zitiert: „Die Angebote für Serdar sind ernst. Die interessierten Klubs sind bereit, unsere Forderungen zu erfüllen. Sie stammen aus Russland und von den drei Großen aus der Türkei. Wolfsburg hat auch Interesse. In den kommenden Tagen wird sich entscheiden, ob ein Transfer möglich ist.“ Denkbar, dass Magath ein Koppel-Geschäft mit Karim Ziani inszeniert. Der war bisher an Kayserispor ausgeliehen, soll nun transferiert werden.

Ein anderes Gerücht schwappt aus Italien herüber an die Aller. José Ernesto Sosa, aktuell in Diensten des SSC Neapel, wird als Mittelfeld-Kandidat bei den Wölfen ins Spiel gebracht. Der 25-jährige Argentinier stand von 2007 bis 2010 bei Bayern München unter Vertrag, vermochte sich beim deutschen Rekordmeister aber nicht durchzusetzen. El Principito („der kleine Prinz“), so sein Spitzname, ist aber auch in Neapel nicht glücklich geworden. Der technisch ohne Frage hochbegabte Gaucho wartet in Europa bisher vergeblich auf seinen Durchbruch.

Den hat Grafite freilich schon geschafft. Allerdings blieb der Torschützenkönig von 2009 in der abgelaufenen Zitter-Saison hinter den Erwartungen zurück (28 Einsätze/neun Tore). Der Brasilianer gilt zwar als einer von Magaths Lieblingsschülern, doch es bahnt sich ein Abschied des brasilianischen Bullen an. Laut Bild-Informationen liegen Graffa Angebote aus Katar und Brasilien vor. Die wachsende Konkurrenz im Sturm mit Neuzugang Srdjan Lakic und Mario Mandzukic könnte den 32-Jährigen zu einem Tapetenwechsel veranlassen. Da sein Vertrag im nächsten Sommer ausläuft, würde der VfL nur noch jetzt eine Ablöse kassieren.

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