Gegen (Tabellen-)Keller

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Bleib’ mir vom Hals! Nach dem Pokal-Sieg bei Victoria Hamburg will der VfL Wolfsburg (l. Karim Ziani) auch den VfB Stuttgart am Sonnabend im Heimspiel hinter sich halten.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Teil eins der Krisenbewältigung ist geschafft. Allerdings war der Pokal-Auftritt bei Fünftligist Victoria Hamburg für den VfL Wolfsburg die weitaus niedrigere Hürde im Zwei-Stufen-Plan.

Nach dem glanzlosen 3:1-Pflichtsieg wartet am kommenden Sonnabend in der Fußball-Bundesliga mit dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (15.30 Uhr, VW-Arena) der Haupt-Part der angestrebten Trendwende. Einen wirklichen Selbstvertrauens-Kick hat der Cup-Sieg am Hamburger Millerntor am Dienstagabend freilich nicht ausgelöst. Dafür entpuppte sich die Leistung der Wölfe als zu bieder gegen die vier Klassen tiefer spielenden Feierabend-Fußballer. Die Grün-Weißen versuchten dem Gastspiel dennoch Optimismus abzugewinnen. "Ich hoffe und denke, die Mannschaft hat die Botschaft verstanden", meinte Manager Dieter Hoeneß nach seiner erstmaligen Kabinen-Standpauke nach der Nürnberg-Pleite. Auch Sascha Riether sagte: "Es ist sehr positiv, dass wir gewonnen haben. Ich hoffe, das gibt uns für Stuttgart Auftrieb." Einige VfLer legten nach dem keineswegs euphorisierenden Erfolg denn auch die Finger in die Wunde. "Wir waren lange nicht sehr konzentriert. Das müssen wir am Sonnabend gegen Stuttgart besser machen", gestand Grafite. Für einen Oberliga-Klub reichte es, gegen die Schwaben so kaum. Wobei die Gäste übermorgen freilich auch nicht mit Überschwang anreisen. Der VfB gehörte zu den absoluten Negativ-Überraschungen der Saison-Anfangsphase, scheint sich nach dem Rauswurf von Christian Gross und der Interims-Beförderung von Co-Trainer Jens Keller zu berappeln. Vier Punkte in zwei Liga-Spielen plus den Erfolg in der Europa League lassen auf eine neue Handschrift durch den Feuerwehrmann schließen, der von 1995 bis 1998 75 Spiele im grün-weißen Trikot bestritt, ehe er nach Stuttgart wechselte. Mit einem Erfolg in Wolfsburg würden die Süddeutschen am VfL vorbeiziehen und diesen endgültig mit in den Tabellenkeller ziehen. Allein deshalb verbietet sich für die Hausherren ein neuerlicher Rückschlag. Auf ein Wiedersehen mit dem zweiten Ex-Wolf Christian Gentner müssen die Zuschauer indes zu 99 Prozent verzichten. Der Meister-Akteur, der vor der Saison zurück zum VfB wechselte, hat sich einen kleinen Muskelfaserriss in der Hüfte zugezogen. "Wir müssen erst abwarten, wie lange er ausfällt. Es wird schwer, das bis zum Wochenende wieder hinzukriegen", zweifelt Keller an einer Einsatz-Chance Gentners. Aber auch beim VfL gibt es einen prominenten Wackel-Kandidaten. Stürmerstar Edin Dzeko musste im Pokal-Spiel genauso wie Simon Kjaer mit Leistenproblemen passen, droht nun auch in dieser so wichtigen Bundesliga-Begegnung auszufallen. "Ich mache jetzt eine kleine Therapie, hoffe, dass ich gegen den VfB wieder spielen kann", sagt der Kapitän. Gestern absolvierte er nur leichtes Lauftraining. Sein Team könnte Dzeko-Tore gut gebrauchen – Ersatzmann Mario Mandzukic empfahl sich in Hamburg nicht nachhaltig für eine zweite Chance von Beginn an. Und meist muss die Offensive der Wölfe ja den einen oder anderen Defensiv-Lapsus ausbügeln...

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