Lopes' Last-Minute-Tor reicht nicht

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Zu früh gefreut: Felipe Lopes (l.) rettete die Wölfe nach Fagner-Vorlage zwar ins Elfmeterschießen, dort unterlag der VfL aber.

Sion - Von Ingo Barrenscheen. Ausnahmsweise waren es am Dienstagabend die Wolfsburger Innenverteidiger, die an vorderster Front im Fokus standen. Im zweiten Spiel beim Valais-Cup im schweizerischen Sion gegen AS St. Etienne hatte Felipe Lopes den VfL erst in der Nachspielzeit zum 1:1 (0:1) geschossen. Vergeudete Liebesmüh, denn wenig später zirkelte sein Neben- und Landsmann Naldo im entscheidenden Elfmeterschießen die Kugel an die Latte. Das 5:6 besiegelt.

Der erste Fleck auf der bis dato weißen Weste der Wölfe in der Saison-Vorbereitung. Zuvor hatte die Mannschaft von Dieter Hecking die drei Spiele souverän ohne Gegentor gewonnen. Doch der französische Rekordmeister aus St. Etienne stellte eine etwas andere Kragenweite als Dannenberg, Jembke oder Sion dar. Wobei es eigentlich schon nach zwei Minuten 1:0 für den VfL hätte stehen können oder müssen: Ivan Perisic übersah den besser postierten Ivica Olic und traf nur den Pfosten. Ansonsten wenig Zwingendes von den nicht ganz frisch wirkenden Wölfen. So brachte Romain Hamouma l'ASSE, wie der Club auch genannt wird, in der 39. Minute nach einem Konter in Führung.

Wenig Erquickendes aus Sicht der Grün-Weißen aus der Fußball-Bundesliga auch nach dem Seitenwechsel. Der finale Pass kam nicht an. Als er dann doch einen aussichtsreichen Abnehmer fand wie Stefan Kutschke in der 84. Minute, saß der Abschluss nicht. Der eingewechselte Neuzugang von Red Bull Leipzig scheiterte aus zehn Metern an St. Etiennes Keeper Jessy Moulin, der sich eigentlich schon auf dem Weg in die andere Ecke befand, den Schuss von Kutschke aber noch an den Fuß bekam. Von dort sprang das Leder in Flipper-Manier ans Bein von Giovanni Sio, ehe die Franzosen die Situation bereinigten.

Glücklich, aber nicht unverdient dann doch noch der Ausgleich nach 14 Sekunden in der Nachspielzeit: Fagner luchste seinem zu lässigen Gegenspieler an der Strafraumkante den Ball ab und legte zurück auf Lopes, der durch Freund und Feind hindurch platziert ins untere rechte Eck traf.

Also noch ein wenig Nachschlag in Sion. Neun Schützen verwandelten souverän ihre Elfmeter, dann trat Naldo an den Punkt – und wollte es etwas zu gefühlvoll machen. Wolfsburgs Abwehrchef chipte den Ball an die Latte. Sieg für St. Etienne. Heute kehren die Wölfe der Schweiz fürs Erste den Rücken und kehren aus dem Trainingslager in Crans Montana zurück.

Dort hatten die Wölfe am Vormittag verkündet, dass Diego Benaglio auch in der kommenden Saison Kapitän bleibt. Auf eine Neuwahl wurde im verzichtet, erklärte Trainer Dieter Hecking nach einem Treffen mit dem Mannschaftsrat. Dieses Gremium bleibt ebenfalls unverändert: Marcel Schäfer, Diego, Naldo, Ivica Olic und eben Benaglio haben das Sagen.

Am Wochenende geht's für Wolfsburg dann zum Nord-Cup in Hamburg, wo am Sonnabend im Halbfinale der dänische Meister FC Kopenhagen wartet.

VfL: Benaglio (45. Drewes) – Träsch (25. Fagner), Naldo, Knoche (45. Lopes), Rodriguez (45. Schäfer) – Polak (45. Arnold), Medojevic (76. Cigerci), Diego (60. Caligiuri) – Vieirinha (45. Sio), Olic (60. Dost), Perisic (76. Kutschke).

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