Wirklich belanglos!?

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Im Grunde Motivation genug: Die Anzeigetafel zeugt vom 0:4-Hinspieldebakel der Wölfe gegen Hannover.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. An und für sich sind Worte überflüssig. Dieter Hecking müsste eigentlich nur das obige Bild von der Anzeigetafel im Hinspiel an die Kabinentür hängen und wirken lassen. Das sollte Mega-Motivation genug sein. Nicht für den neuen Coach des VfL Wolfsburg. Hecking misst dem Derby-Debakel gegen Hannover 96 zu Saisonbeginn vor dem Wiedersehen am morgigen Sonnabend (15.30 Uhr) keine stimulierende Wirkung bei.

„Das Hinspiel besitzt für uns keinerlei Bedeutung mehr. Damals waren die Voraussetzungen für beide Mannschaften grundverschieden“, meint der Nachfolger des damaligen Coaches Felix Magath lapidar. Wirklich!? Die schwärzeste Stunde der Hinrunde vergeben und vergessen?

Hecking nennt vielmehr einen allgemeingültigen Anreiz als Triebfeder für seine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. „Wir müssen einfach heiß darauf sein, zu punkten – egal wo.“ Vorwärtsdrang statt Versteckspiel lautet die Vorgabe. „Es muss erkennbar sein, dass wir nach vorne spielen und gewinnen wollen“, fordert der 49-Jährige. Hannover hat seine Abwehrschwäche aus der ersten Saisonhälfte trotz der Winter-Neuzugänge noch nicht abgelegt – das offenbarte das 4:5 auf Schalke. Genau da sieht der Wolfsburger Trainer den Ansatzpunkt: „Unser Ziel muss es sein, den Gegner hinten zu beschäftigen, dass vielleicht wieder ein paar Tore fallen.“

Damit der aktuelle Lernprozess durch Erfolge weiter angekurbelt wird. Beim 2:0-Auftaktsieg gegen Stuttgart machte die sportliche Führung noch viel Steigerungspotential aus. Morgen gegen 96 sollen die Wölfe wieder ein Stück mehr harmonieren. „Wir können es noch besser“, so der gemeinsame Nenner von Hecking und Manager Klaus Allofs gestern bei der Pressekonferenz.

Wenn schon nicht das demütigende 0:4 aus dem Hinspiel Beweggrund für giftige Gäste sein soll, dann aber die Aussicht, den Niedersachsen-Nachbarn zu überflügeln. „Wir wissen, dass wir mit einem Sieg Hannover in der Tabelle hinter uns lassen können“, so Hecking. Allofs sieht die Chance, „sich dorthin zu orientieren, wo wir uns selbst gerne sehen würden.“ Und ganz ehrlich: Eine gewisse Genugtuung wäre eine Revanche auch...

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