Über „Bibberer Berg“ ins Halbfinale!

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Die Erlösung: Nach einem Schnitzer von Offenbachs geknicktem Keeper Robert Wulnikowski (im Vordergrund) bejubeln die Profis aus Wolfsburg das Führungstor durch Ivica Olic. Am Ende zitterte der VfL beim Drittligisten ein 2:1 über die Zeit.

dpa/ib Offenbach. Der Bieberer Berg – für die Profis des VfL Wolfsburg wurde er am Dienstagabend zum Bibberer-Berg... Mit Ach und Krach vermied es der Fußball-Bundesligist, als nächstes Promi-Opfer von Favoritenschreck Kickers Offenbach in die Geschichtsbücher einzugehen. Durch den 2:1 (0:0)-Zittersieg nach Toren von Ivica Olic (49.) und Bas Dost (71.) sowie dem Spannungs-Zuspitzer von Marcel Stadel (81.) lösten die Wölfe zum fünften Mal das Halbfinal-Ticket. Nur noch ein Sieg bis Berlin!

Die wackeren Offenbacher verpassten nach ihren Erfolgen gegen Greuther Fürth, Union Berlin und Fortuna Düsseldorf eine weitere Sensation. Mit einem schweren Patzer vor dem ersten Gegentreffer war Torhüter Robert Wulnikowski – 2010 beim Sieg im Elfmeterschießen über den späteren Meister Borussia Dortmund noch umjubelter Held – die tragische Figur beim DFB-Pokalsieger von 1970. „Wir haben es den Wolfsburgern extrem schwer gemacht“, sagte ein stolzer Coach Rico Schmitt dennoch.

„Volle Kanne!“ hatte der Kickers-Trainer als Motto ausgegeben – und der OFC hielt sich zunächst an die Maxime. Mit Anstoß stürmte das Heimteam nach vorne, nach nur neun Sekunden zielte Kapitän Mathias Fetsch freistehend aus 16 Metern zu hoch und vergab die erste Großchance. Bei den vorigen Coups gegen Union (2:0) und Düsseldorf (2:0) hatte der Angreifer jeweils noch getroffen.

Mutig und aggressiv traten die Kickers in der ersten Viertelstunde auf, gewannen viele Zweikämpfe, ließen aber drei Möglichkeiten ungenutzt. Nach der schwachen Anfangsphase übernahm Wolfsburg die Kontrolle, drängte den Gegner weit zurück. Die Angriffe des VfL erinnerten jedoch eher an ein geduldiges, ideenloses Überzahlspiel im Handball. Ohne wirklichen Druck passten Regisseur Diego und Co. den Ball um den Offenbacher Strafraum herum.

Bei der ersten gefährlichen Wolfsburger Szene rettete Wulnikowski im Gedränge vor Ivica Olic (20.), nach einer Hereingabe von Marcel Schäfer trat Vieirinha völlig unbedrängt über den Ball. Doch auf dem holprigen und tiefen Rasen taten sich besonders die VfL-Techniker schwer. Zwischenzeitlich drohte Schiedsrichter Wolfgang Stark mit einer Unterbrechung der Partie, da mehrfach Plastikbecher aufs Feld flogen.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte zeigte VfL zwar nicht mehr Kreativität – doch dank gegnerischer Fehler reichte das zur Führung. An einer Flanke von Makoto Hasebe segelte Wulnikowski vorbei, Stefan Kleineheismann verlor das Kopfballduell gegen Olic, der den Ball mit seinem Bauch über die Linie drückte...

Angestachelt vom Rückschlag drückte Offenbach auf den Ausgleich: Nicolas Feldhahn verzog nur knapp (63.). Stattdessen machte es Dost mit seinem vierten Treffer im vierten Pokalspiel besser. Noch kein Ruhekissen für die Wölfe. Mehr als den Hoffnungsschimmer durch Verteidiger Stadel (81.) ließ der VfL in der Schlussphase aber nicht mehr zu.

 

 

Das Spiel im Stenogramm:

Kickers Offenbach:Wulnikowski – Ahlschwede, Kleineheismann, Stadel, Stein – Mehic (64. Bäcker) – Schwarz (79. Avdic), Feldhahn, Fetsch, Reinhardt – Rathgeber (64. Vogler)

VfL Wolfsburg: Benaglio – Hasebe, Naldo, Madlung, Schäfer – Josue (86. Kjaer), Polak – Vieirinha (90.+1 Träsch), Diego, Olic (76. Rodriguez) – Dost

Tore: 0:1 Olic (50.), 0:2 Dost (71.), 1:2 Stadel (81.)

Gelbe Karten: Fehlanzeige

Zuschauer: 20.000

Schiedsrichter: Stark (Ergolding)

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