Es braucht mehr als einen „Sahnetag“

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Übermächtig!? Mario Mandzukic empfängt mit den Super-Bayern seinen alten Club aus Wolfsburg (Jan Polak) im Halbfinale.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Angsteinflößend – insofern diese Bayern überhaupt etwas einschüchtern kann – war das ganz gewiss nicht. Das dünne 2:2 gegen Hoffenheim dämpfte eher die Hoffnung beim VfL Wolfsburg auf eine Sensation im DFB-Pokal-Halbfinale in München am morgigen Dienstag (20.30 Uhr, live auf ARD).

So, liebe Wölfe, droht im Spiel des Jahres Ungemach! Während die Super-Bayern in Spiel eins nach dem Gewinn der Blitz-Meisterschaft selbst in einer B-Besetzung Nürnberg lockerleicht 4:0 abfiedelten, verkörperte der VfL nicht die Rolle eines möglichen Favoritenschrecks. „Wir müssen es am Dienstag viel besser machen“, betonte Wolfsburgs Abwehrchef Naldo vor dem Gang nach Canossa.

Gleichwohl werfen die Grün-Weißen gegen den Rekord-Meister und Rekord-Jäger die Flinte nicht schon von Vornherein ins Korn. „Wir sind froh, dass wir im Halbfinale sind. Das sind besondere Abende. Und ist die Außenseiter-Rolle auch noch so groß, wir nehmen sie an“, sagte Coach Dieter Hecking trotzig. Na klar seien die Bayern derzeit eine Über-Mannschaft. Nicht nur in Deutschland, sondern in Europa. „Wir brauchen einen absoluten Sahnetag und Glück“, bekräftigte Hecking einerseits, schob aber sofort hinterher: „Wir brauchen uns auch nicht kleiner zu machen, als wir sind.“ Wolfsburgs Trainer baut auch auf die Auswärts-Stärke seines Teams, das sich in fremden Arenen sichtbar wohler fühlt.

Auch Abwehrspieler Alexander Madlung sieht nicht ein, warum der VfL seinen Schwanz einziehen sollte. „Uns allen ist klar, dass wir das schwerste Los gezogen haben. Für uns ist das wie ein vorgezogenes Finale. Aber wir stehen zurecht da und versuchen, alles rauszuholen.“ Vielleicht seien Münchens Millionäre ausnahmsweise mal nicht so gut drauf. Auch Wolfsburgs Manager Klaus Allofs hat noch keinen Haken hinter dem Traum vom Endspiel in Berlin gemacht: „Wir müssen alles reinlegen und sehen, ob das gegen so eine scheinbar übermächtige Mannschaft reicht.“

Logisch: Im gegnerischen Lager sieht man der Partie ganz entspannt entgegen. Der FCB greift in dieser Saison zum Triple – und will sich bei seinem Triumphzug nicht aufhalten lassen. „Jeder von uns hat das Ziel Berlin. Das 4:0 war eine kleine Vorbereitung auf Wolfsburg“, erklärte Münchens Innenverteidiger Daniel van Buyten. Er und seine Teamkollegen begannen gestern mit der Vorbereitung auf das Halbfinale. Die Nürnberg-Protagonisten traten dabei etwas kürzer, das geschonte Stammpersonal trainierte. „Es ist klar, dass ich am Dienstag die Mannschaft anders formieren werde“, kündigte Trainer Jupp Heynckes an. „Deswegen ist es wichtig, dass die Spieler regenerieren, wieder bei Kräften sind und gegen Wolfsburg eine Topleistung abrufen können.“ Die Bayern also in Bestformation – wobei die Unterschiede zwischen den einzelnen Startelf-Anwärtern beim Starensemble ohnehin nur marginal sind. Fehlen wird lediglich der gesperrte Franck Ribéry.

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