Au backe! Watschn statt Wunder

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Au backe! Am Ende brachen beim VfL (r. Alexander Madlung) alle Dämme, Mario Gomez erzielte einen lupenreinen Hattrick.

dpa/ib München. Der Brummschädel dürfte noch eine Weile anhalten... Statt des erhofften Wunders fing sich der VfL Wolfsburg am Dienstagabend im DFB-Pokal-Halbfinale eine saftige Watschn von den Super-Bayern ein. 70 Minuten ganz passabel mitgehalten und am Ende 1:6 (1:2) abgestraft – das hatten die Wölfe in München nicht verdient gehabt.

Angeführt vom herausragenden Ribery-Ersatz Xherdan Shaqiri und Dreifachtorschütze Mario Gomez wirbelte der FCB furios in sein erstes Saison-Endspiel. In Berlin sollen dann für Bayern-Coach Jupp Heynckes aller guten Dinge drei sein: Zweimal war er im Finale gescheitert. „Natürlich will ich, wollen wir alle den Pokal holen“, strahlte der Erfolgs-Coach nach dem Halbfinal-Triumph, zollte aber schön artig auch den geschlagenen Wölfen Anerkennung. „Ich denke, dass man das Spiel schon richtig bewerten muss. Wolfsburg hat uns lange Zeit zugesetzt. Das war ein hartes Stück Arbeit.“ Mit einem butterweichen Abschluss durch Gomez, der in der Schlussphase im Drei-Minuten-Takt für ein kleines VfL-Desaster sorgte.

Nutzloser Lohn für das trotz des halben Dutzend Gegentoren achtbare Auftreten der Wolfsburger war das Anschlusstor durch Diego (45.). Münchens Gegner für das Finale wird heute zwischen dem VfB Stuttgart und SC Freiburg ermittelt. Der Sieger darf sich freuen. Selbst im Falle einer Endspiel-Pleite ist das Europa League-Ticket gebucht.

Heynckes musste neben dem rot-gesperrten Franck Ribéry auch auf David Alaba verzichten. Der Österreicher meldete sich wenige Stunden vor dem Anpfiff wegen eines Magen-Darm-Infekts ab. Diego Contento rückte in die Startelf. Für Ribéry durfte Shaqiri ran. Das sollte der Rekordmeister nicht bereuen. Vor dem 1:0 nahm Robben das schöne Zuspiel des bulligen Schweizers auf, passte flach in den Strafraum und Mandzukic schoss knallhart ein. Schon in den Bundesligaspielen hatte der Kroate dreimal gegen seinen Ex-Club getroffen.

Der Freude folgte ein Schreckmoment. Beim Zusammenprall nach dem Torschuss mit Alexander Madlung tat sich der Stürmer oberhalb des rechten Knies weh, konnte aber nach kurzer Behandlung weitermachen. Die Fans riefen schon jetzt: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin.“

Kurz nach der Führung bot sich auch Wolfsburg eine Chance. Makoto Hasebe (22.) nahm eine Faustabwehr von Bayern-Torwart Manuel Neuer auf, sein Schuss wurde aber von Dante geblockt. Die Bayern waren dominant und effektiver. Shaqiri lief einen Madlung-Fehlpass ab, bediente wieder Robben, und der Niederländer hatte keine Mühe einzuschieben.

Ein Klassenunterschied war unverkennbar – und doch wurde es dann wieder spannend. Die Wolfsburger Chancen durch Naldo (38.) und Vieirinha (43.) überstanden die Bayern unbeschadet, dann überraschte Diego Neuer mit einem Flatterball.

Der VfL schöpfte Hoffnung. „Da ist noch was möglich“, spekulierte auch Manager Klaus Allofs zur Pause. Denkste! Fünf Minuten nach Wiederbeginn schoss Shaqiri das 3:1. Die Bayern-Führung war wieder kommod.

Die Wolfsburger mühten sich ohne Durchschlagskraft und setzten letztlich mit drei Stürmern alles auf eine Karte. Das nutzten die Bayern gnadenlos aus: Joker Gomez zerlegte die Wölfe nach Pässen von Shaqiri und zweimal Schweinsteiger per Hattrick in Einzelteile.

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