FCB-Ferrari vs. Wolf GTI

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Wer lässt hier wen auflaufen? Außenseiter VfL Wolfsburg (l. Diego) hofft beim schier übermächtigen FC Bayern München (Bastian Schweinsteiger) auf eine Pokal-Sensation und den zweiten Endspiel-Einzug der Vereinsgeschichte nach 1995.

ib/dpa Wolfsburg. Breit ist die Brust nicht unbedingt, mit der der VfL Wolfsburg am heutigen Dienstag dem Giganten FC Bayern München entgegentritt. Aber zumindest frisch beflockt. Die Wölfe laufen im Hammer-Halbfinale des DFB-Pokals (20.30 Uhr, live auf ARD) für den neuen GTI Werbung und erhoffen sich dadurch auch einen psychologischen Effekt.

Schon gegen Hoffenheim hatte Dieter Hecking in die Trikot-Trickkiste gegriffen und den VfL mit dem Auswärts-Dress ins Rennen geschickt. Was die Heimmisere bekanntermaßen auch nicht abwendete (2:2). Nun also der doppelt-gemoppelte Versuch: das weiße Auswärts-Shirt plus

das knallrote GTI-Emblem. Ob’s hilft gegen die Titanen von der Säbener Straße? „Ich wünsche mir, dass diese legendären drei Buchstaben uns zur Höchstleistung bringen – genauso wie den Golf“, sagte Wolfsburgs Manager Klaus Allofs vor dem ungleichen Duell FCB-Ferrari vs. Wolf GTI. Ein paar mehr Pferdestärken können nicht schaden, um das Wunder von München zu realisieren. Zuletzt stand der VfL in der Saison 2007/08 in einem Halbfinale und schied aus – bei den Bayern... Wiederholung unerwünscht. „Jetzt soll unser Traum von Berlin wahr werden“, hofft Allofs.

Auf gnädige Gastgeber braucht er nicht zu spekulieren. Der FCB gibt sich mit der Meisterschaft nicht zufrieden. Zumal Jupp Heynckes zum Ende seines Wirkens in München gerne noch eine lästige Lücke in seiner Titel-Sammlung füllen würde: Der 67-Jährige hat schon alles gewonnen – eben nur nicht den DFB-Pokal. „Es wäre wunderbar, noch einmal ins Endspiel einzuziehen und dann eventuell auch zu gewinnen. Aber ich sehe das ganz relaxed“, erklärte Heynckes. Zweimal (1984 mit Gladbach gegen den FC Bayern und im Vorjahr gegen Dortmund) war er kurz vor dem Ziel gescheitert. Zunächst muss erst einmal der VfL ausgeschaltet werden. Heynckes kennt die Pokal-Gesetze. „In einem Spiel ist alles möglich. Das ist uns bewusst, und das werden wir versuchen zu verhindern.“

Derweil versucht sein Wolfsburger Gegenüber, seinen Außenseitern Mut einzuflössen. „Respekt ist immer gut und auch wichtig, nur sollte es davon nicht zu viel sein“, wünscht sich Hecking kein Angsthasen-Auftritt des VfL. Sondern vielmehr auf Wölfe im Schafspelz, die im 19. Anlauf in München endlich einen einzigartigen Erfolg einfahren: Noch nie hat der VW-Club beim Stern des Südens gewonnen, der ohnehin eine Heimmacht darstellt.

Ergo spricht die Statistik eindeutig gegen den Bundesliga-13. der nach 1995 zum zweiten Mal ins Endspiel einziehen will. Zumal der Champions League-Halbfinalist nach dem Schongang gegen Nürnberg wieder mit seiner ersten Garde aufläuft. Doch auch der vollzählige VfL hätte „Spieler dabei, die Spiele entscheiden können“, erwiderte Hecking. „Jede Minute, die wir Bayern vom Tor weghalten, ist ein kleiner Teilerfolg.“

Wolfsburgs Coach beschwört die faszinierende Cup-Historie. „Es gab im Pokal schon so viele völlig verrückte Spiele.“ Verrückt vor Glück würden auch die über 2000 mitreisenden VfL-Fans werden, wenn der Favorit stürzt.

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