Fußball-Bundesliga:Wolfsburg bei Gustavo-Debüt wie im Rausch / Spielerisch starker Auftritt

VfL fegt Schalke 0:4 vom Feld

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Beim VfL Wolfsburg hat der Rekord-Transfer von Luiz Gustavo auf Anhieb die erhoffte Wirkung ausgelöst.

Wolfsburg. Nicht nur sauber, sondern (ast)rein. Beim ersten Heimspiel der Saison zeigte Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg mit dem neu eingekauften Staubsauger Luiz Gustavo, der als Abräumer vor der Abwehr ein starkes Debüt gab, eine glänzende Leistung.

Spielerisch brillant blieb nur die Chancenverwertung beim 4:0 (0:0) gegen den enttäuschenden Europapokalteilnehmer FC Schalke 04 lange Zeit der schwarze Fleck. Robin Knoche (55.), Vieirinha (61.), Naldo (67.) und Joker Stefan Kutschke (90.+1) sicherten den Wölfen vor 28405 Zuschauern erst in der zweiten Halbzeit die ersten drei Punkte der neuen Spielzeit.

„Ein perfekter Nachmittag“, strahlte VfL-Trainer Dieter Hecking nach dem klaren Erfolg. Der Herr der Wölfe hatte sein Team nach dem 0:2 in Hannover auf drei Positionen durcheinander gewirbelt. Neben Luiz Gustavo, der Jan Polak verdrängte, rückten Knoche und Ivan Perisic für die gesperrten Maximilian Arnold und Timm Klose in die Anfangsformation.

Ausrutscher provozierten die Umstellungen bei den in Weiß und Grün spielenden Wölfe nicht. Im Gegenteil! Die Automobilstädter zeigten den Schalker Knappen in der ersten Hälfte meist die Rücklichter. Von Beginn an übernahmen die Hausherren putzmunter die Initiative, störten das Aufbauspiel der Blau-Weißen früh und ließen so S04 kaum zur Entfaltung kommen. Die einzige Chance der Gäste vor der Pause hatte Klaas-Jan Huntelaar, der nach 40 Minuten volley abzog und nur den Pfosten traf. „Da hatten wir Glück“, atmete Hecking durch.

Diese Konsequenz fehlte Wolfsburg zunächst! Unterstützt vom neuen Saubermann Luiz Gustavo kombinierte Wolfsburg gefällig, setzte mit dem spielstarken Mittelfeld einige Glanzpunkte. Naldo (17./38.), Ivica Olic (26.), Ja-Cheol Koo (34.) und Vieirinha (36.) hätten schon in den ersten 45 Minuten die Führung markieren können.

Das Blatt schien sich nach der Halbzeit zu wenden. Schalke – gewillt die rabenschwarze erste Halbzeit wegzuwischen – startete engagierter, hatte durch das wenig strahlende Mittelfeld-Juwel Julian Draxler (47.) und Christian Clemens (50.) gute Chancen. Und Wolfsburg erzielte die Tore. Erst wischte Knoche (55.) per Abstauber den Ball zur Führung ins Netz, dann traf Vieirinha (61.) mit dem 2:0 schon zur Vorentscheidung. „Die Jungs haben sich ab der 55. Minute in das Spiel gebissen und gezeigt, dass sie das Spiel gewinnen wollten“, meinte Hecking. Naldo (67.) und Kutschke (90.+1) erzielten die weiteren Tore zum Gelsenkirchener 0:4 und sorgten für den Schalker (Brumm)kreisel. „Das 0:4 ist ein deutliches Ergebnis. Wir laden Wolfsburg mit zwei Riesenfehlern zu den ersten Toren ein und sind danach auseinander gebrochen. Das darf uns nicht passieren. Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht“, analysierte ein enttäuschter Schalker Trainer Jens Keller.

Dabei hatte das königsblaue Auge noch deftiger ausfallen können. Diego (66.), Perisic (79.), Olic (80.), Naldo (84.), Kutschke (88.), Vieirinha (89.) und Koo (89.) hätten das Ergebnis noch deutlicher gestalten können. Schwamm drüber. Die Derby-Pleite ist nach dem sechsten Wolfsburger Heimspiel in Serie ohne Niederlage weggewischt. „Ich bin sehr, sehr zufrieden. Nicht unbedingt wegen des Ergebnisses, sondern der Art und Weise. Wir haben uns nach dem Hannover-Rückschlag nicht lange geschüttelt, sondern sofort die Antwort gehabt“, bilanzierte VfL-Coach Hecking.

Von Matthias Jansen

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