Fußball – Bundesliga: Wolfsburgs Derby-Deppen sollen bei Angstgegner Augsburg Reaktion zeigen

Ein wenig Schadensersatz...

Aufstehen und antworten! Der VfL Wolfsburg (Marcel Schäfer) muss nach der Derby-Schmach gegen Braunschweig in Augsburg eine Trotzreaktion zeigen. Ansonsten könnte es ein äußerst ungemütlicher Oktober werden.
+
Aufstehen und antworten! Der VfL Wolfsburg (Marcel Schäfer) muss nach der Derby-Schmach gegen Braunschweig in Augsburg eine Trotzreaktion zeigen. Ansonsten könnte es ein äußerst ungemütlicher Oktober werden.

Wolfsburg. Vor Problemen kann man nicht flüchten. Mag sein, dass die vielen Nationalspieler des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg der unbequemen Wahrheit nach der Schmach gegen Braunschweig auf ihren Reisen aus dem Weg gehen konnten.

Doch spätestens nach der Rückkehr zu ihrem angefressenen Arbeitgeber (und den noch angefresseneren Anhängern) holte die Derby-Deppen der Ballast wieder ein. Um noch größeres Ungemach zu vermeiden, müssen die Wölfe am Sonntag im Gastspiel beim FC Augsburg (17. 30 Uhr) ein wenig Schadensersatz leisten.

Heiße Luft steigt zwar nach oben. Heiße Luft darf sich der VfL im bayrisch-schwäbischen Land aber nicht erlauben. Ansonsten könnte es in Wolfsburg richtig ungemütlich werden. Die Fans denken schon über einen Kurz-Boykott des Bremen-Heimspiels nach. Und auch Chefcoach Dieter Hecking würde bei einer neuerlichen Niederlage unweigerlich in die Schusslinie geraten. „Emotional betrachtet, können wir die Niederlage nicht so schnell vergessen machen“, weiß Hecking um die tiefschürfende Nachwirkung der Braunschweig-Blamage und erwartet „eine Reaktion der Mannschaft“. Rein aus sportlicher Perspektive aber hätten die Grün-Weißen die Chance, „uns die drei Punkte in Augsburg zurückzuholen.“

Der Trainer wie auch Manager Klaus Allofs müssen vor dem unheimlich wichtigen Auftritt in Augsburg Fingerspitzen-Gefühl walten lassen. Einerseits wurden die Profis nicht in Watte gepackt, andererseits könne eine zu exzessive Haudrauf-Methode auch kontraproduktiv sein. „Wir befinden uns in einer sensiblen Phase“, betonte Allofs und sieht Punkte als den besten Nervenbalsam. Dennoch benötige das Team für den Erfolg „auch eine gewisse Lockerheit“. Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs wird also auch für Hecking zur Nagelprobe: Findet Wolfsburgs Trainer die richtige Motivations-Mischung?

Im Grunde würde schon ein Verweis auf die bisherige Bilanz gegen den FCA genügen. Vier Begegnungen, zwei Remis, zwei Niederlagen für die Wölfe. Augsburg ist der einzige Erstligist, gegen den der VfL noch nie gewonnen hat. Der Gegner entwickele „viel Zug nach vorn“, sei unangenehm in den Zweikämpfen und werfe bis zum Schluss alles in die Waagschale, erklärte Hecking. Alles Attribute, die seinen Profis im Derby völlig abgingen.

Von Ingo Barrenscheen

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare