Weg von der Tuch(el)fühlung

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Vorsicht, hinter euch! Nach den zwei Startpleiten spürt der VfL Wolfsburg (l. Christian Träsch) den FSV Mainz 05 (Shinji Okazaki) im Nacken.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Die Verantwortlichen des VfL Wolfsburg sind dieser Tage darum bemüht, die positive Grundstimmung nach der erfolgreichen Hinrunde nicht einknicken zu lassen. Von einem Krisenherd ist der Fußball-Bundesligist auch noch weit entfernt, dennoch wächst der Druck nach zwei Startpleiten in der Rückrunde. Zumal für die Wölfe mit dem Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 am Sonnabend (15.30 Uhr) eine Woche der Wahrheit beginnt.

Die Gefühlswelt beim kommenden Gast stellt das genaue Gegenteil dar: Zwei Spiele, sechs Punkte 2014 und plötzlich der direkte Kontakt zu den internationalen Rängen. Mainz, wie es siegt und lacht – der Karnevalsverein befindet sich schon in der fünften Jahreszeit, ist auf Tuch(el)führung zum VfL gegangen. Ohne sich zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen, kokettierte Trainer Thomas Tuchel nach dem 2:0-Erfolg gegen den SC Freiburg sogar mit dem vom Anhang besungenen Europacup: „Die Fans dürfen träumen, ich bin da nicht die Spaßbremse.“

Ja-Cheol Koo ebenfalls nicht. Der von Wolfsburg nach Mainz gewechselte Südkoreaner, teuerster Transfer der Vereinsgeschichte, ballerte sich mit seinem Traumtor gegen die Breisgauer auf Anhieb in die Herzen der 05-Fans. Nun die schnelle Rückkehr an die alte Wirkungsstätte, an der Koo nie so recht glücklich wurde. Am Sonnabend könnte er es in Wolfsburg werden – wenn der Ex-Kurs von Erfolg gekrönt ist.

Das Heft des Handelns liegt definitiv bei den Wölfen in diesem richtungsweisenden Duell. Auch wenn Trainer Dieter Hecking beschwichtigt: „Wir müssen jetzt ruhig bleiben.“ Ein Dreier gegen den neuen Verfolger – und die Welt würde schon wieder ganz anders aussehen beim ambitionierten VW-Club. Zumal im Anschluss mit Hertha BSC Berlin ein weiteres Tabellen-Anhängsel auf die Grün-Weißen wartet. Zwischendurch noch das DFB-Pokal-Viertelfinale bei 1899 Hoffenheim. Der VfL kann, der VfL will entscheidende Weichen stellen.

Dafür muss Wolfsburg „mehr Torgefahr ausstrahlen“, prangert Hecking an. Schnurstracks nach vorne statt zu sehr in die Breite: Diese Spielanlage gegen Hannover wie auch auf Schalke hat dem VfL-Coach missfallen. „Damit haben wir uns selbst zu viel Schwung genommen.“ Den soll nach Möglichkeit auch Bas Dost reinbringen. Der Edeljoker stand nach einer verheißungsvollen Vorbereitung nach seinen Einwechslungen noch nicht im Brennpunkt. Ein Aufwärtstrend ist unverkennbar, nun müsse der Holländer nur noch seinen Instinkt auspacken, fordert Hecking. Ivica Olic dürfte gegen Mainz wieder den Vorzug erhalten als einzige Spitze.

Denkbar, dass sich dahinter mit Ivan Perisic, Kevin de Bruyne und Maximilian Arnold eine Dreierkette formiert. Womöglich kommt der zweite Winter-Neuzugang Junior Malanda so auf der Sechs zu seinem Debüt. Denn Slobodan Medojevic, das deuteten die ersten Trainingseinheiten der Woche an, wird aller Wahrscheinlichkeit nach weiterhin ausfallen.

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