Selbstbewusste Serientäter

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Hohe Hürde: Maximilian Arnold (r.) und die Wölfe treten zum Abschluss der Hinrunde bei den zuhause noch verlustpunktfreien Fohlen aus Mönchengladbach an – und geben sich durchaus keck.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Sherlock Holmes hätte seine helle Freude an diesem Fall: Das Topspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem VfL Wolfsburg am Sonntag (15.30 Uhr) bedeutet nicht nur das Ende der Hinserie in der Fußball-Bundesliga – es ist vor allem das Duell zweier Serientäter.

Es bedarf allerdings keiner großen Detektiv-Arbeit, um zu schlussfolgern, dass beide Seiten dringend tatverdächtig sind, ihren Beutezug fortzusetzen. Gladbach ist seit sieben, Wolfsburg schon seit acht Spielen ungeschlagen. Kleiner Statistik-Vorteil VfL. Doch die Fohlen können noch andere Super-Sequenzen ins Feld führen: Die Elf vom Niederrhein hat bisher alle acht Heimspiele gewonnen! Die Wölfe wiederum vermochten sich auswärts noch noch nie gegen Mannschaften von Lucien Favre durchzusetzen. Großer Statistik-Vorteil Borussia!

Auf den Favre-Fluch gibt der Verursacher aber zunächst einmal herzlich wenig. „Wolfsburg ist eine sehr gefährliche Mannschaft mit einer tollen Bilanz“, bauchpinselte Gladbachs Trainer den unmittelbaren Verfolger. „Aber wir brauchen uns nicht zu verstecken.“ Zumal die Gastgeber morgen, noch so eine Fortsetzung, zum siebten Mal hintereinander die gleiche Startformation aufbieten können. Eine Abwehr mit Granit (Xhaka): Der defensive Mittelfeldspieler der Borussia läuft trotz eines Mittelhandbruchs mit einer Spezialschiene auf.

Die Vorschusslorbeeren seines Kollegen Favre setzte sich VfL-Coach Dieter Hecking gleich einmal auf. Sein Team könne den Nimbus der Gladbacher Heim-Unbesiegbarkeit brechen. „Ich glaube, auch die Borussia weiß, dass da am Sonntag ein Gegner kommt, der jeder Mannschaft richtig weh tun kann.“ Hecking sieht die Wölfe auf Augenhöhe – „und das wollen wir mit einem guten Auftritt bestätigen. Schließlich ist der Weihnachtsurlaub mit drei Punkten im Gepäck nochmal ein Stück angenehmer.“

Dass die Grün-Weißen die beste Hinrunde der Vereinsgeschichte vollbringen können, stellt für den Rudelführer allenfalls einen netten Randaspekt dar. Für ein gutes halbes Jahr könne man sich nichts kaufen, betonte Hecking. „Wenn es nach 34 Spieltagen heißt, dass das die beste Bundesliga-Saison des VfL nach dem Meisterjahr gewesen ist, dann nehmen wir das sehr gerne.“ Doch bis dahin sei es noch ein weiter Weg.

Für den Moment auf Tuchfühlung zu den Champions League-Plätzen zu gehen, würde aber auch Wolfsburgs Coach nicht widerstreben. Das würde die Wahrscheinlichkeit, den VfL bald serienmäßig auch international zu sehen, steigern.

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