VfL: Der falsche Kevin tütet den Sieg ein...

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Da ist es geschehen: Schalkes Kevin-Prince Boateng (l.) und Klaas-Jan Huntelaar bejubeln Schalkes 2:1-Siegtor.

dpa/ib Gelsenkirchen - Von Ingo Barrenscheen. Aus Wolfsburger Sicht war es der falsche Kevin, der am Sonnabend zum umjubelten Matchwinner in der Veltins-Arena aufstieg. Nicht VfL-Königstransfer Kevin de Bruyne, sondern sein königsblaues Pendant Kevin-Prince Boateng schoss den FC Schalke 04 mit dem Siegtor zum wichtigen 2:1 (1:0) im Kampf um die Europapokal-Plätze. Die Wölfe verloren nicht nur das zweite Spiel anno 2014, sondern auch noch Daniel Caligiuri nach Roter Karte.

Ausgerechnet in Unterzahl – Caligiuri flog in der 50. Minute wegen Beleidigung des Schiri-Assistenten vom Feld – hatte der VfL seine beste Phase in dem kampfbetonten Topspiel gehabt und den frühen Rückstand durch Felipe Santana (9.) durch Maximilian Arnold (65.) egalisiert. Letztlich vergeblich. Wolfsburgs Coach Dieter Hecking war vom Spiel seiner nach dem 1:3 gegen Hannover auf drei Positionen veränderten Elf sehr angetan, haderte aber: „Aufgrund der Steigerung in Unterzahl hätten wir durchaus einen Punkt verdient gehabt.“

Die Schalker zeigten von Beginn an, dass sie sich für die höchste Saisonniederlage (0:4 im Hinspiel) revanchieren wollten und machten mächtig Dampf. Zunächst zwang Boateng VfL-Keeper Benaglio zu einer Glanzparade (8.). Die nachfolgende Ecke brachte die frühe S04-Führung (9.). Ein leicht umstrittenes Slapstick-Tor. „Das war ja fast eine Handball-Stafette...“, urteilte Manager Klaus Allofs. Boateng hatte eher unfreiwillig Santana angeköpft, der Ball trudelte ins Tor.

Bei Wolfsburg versuchte de Bruyne, dem Spiel Struktur zu geben. Doch der Star-Einkauf blieb genauso wie der auf die Sechser-Position zurückbeorderte Arnold eher blass. Immerhin: Nach einer Ecke des belgischen Nationalspielers köpfte Naldo (20.) den Ball ins Schalker Tor. Doch Schiri Wolfgang Stark gab den Treffer nicht, weil Naldo sich im Duell mit seinem Zwilling Santana aufgestützt hatte. Schalkes Keeper Ralf Fährmann musste erstmals bei einem Schuss von Patrick Ochs (24.) eingreifen. Der VfL wurde stärker. Fährmann verhinderte nach einem Freistoß von Ricardo Rodriguez, den Luiz Gustavo noch mit dem Kopf weiterleitete, mit einem Reflex zunächst das 1:1.

Nach dem Platzverweis bäumten sich die Grün-Weißen noch mehr auf, Schalke geriet unter Druck. Knappen-Coach Jens Keller gab zu, dass die Rote Karte gegen Caligiuri für sein Team keineswegs positiv gewesen sei. „Denn danach haben wir gedacht, es geht von allein.“

Erst nach Arnolds Ausgleich wachte Schalke wieder auf. Benaglio verhinderte zunächst mit guten Paraden gegen Max Meyer (70.) und Leon Goretzka (71.) die drohende Niederlage. Bei Boatengs Flachschuss nach einem tollen Spielzug war der Schweizer dann machtlos.

„Es war ein Duell auf Augenhöhe. Wolfsburg hat mich sehr beeindruckt. Deshalb bin ich froh, dass wir die Partie noch gewonnen haben“, bilanzierte Schalkes Manager Horst Heldt. Warme Worte, für die sich die Wölfe am Ende nichts kaufen konnten.

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