Warum nicht zuhause so!?

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Gemeinsam stark: Der VfL Wolfsburg überzeugte beim 3:0 in Bremen mit einem souveränen und effektiven Auftritt.

dpa/ib Bremen. Der VfL Wolfsburg sollte ernsthaft darüber nachdenken, die Auswärts-Dauerkarte einzuführen. Denn in fremden Stadien kommen die Fans voll auf ihre Kosten. So auch am Samstagabend in Bremen. Mit dem 3:0 (2:0) bei Werder machte Manager Klaus Allofs mit seinem neuen Club den entscheidenden Schritt in Richtung Klassenerhalt und verschärfte wiederum die Krise bei seinem alten Arbeitgeber.

Tore von Maximilian Arnold (13.), Ivica Olic (27.) und dem Ex-Bremer Diego (66./Foulelfmeter) sorgten für den ersten VfL-Erfolg nach zuvor vier Unentschieden in Serie. Mit dem siebten Auswärtssieg der Saison dürfte sich Wolfsburg bei zehn Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang bei noch vier ausstehenden Spielen aller Abstiegssorgen entledigt haben.

Anders die Bremer, die von ihren Fans beim neunten sieglosen Auftritt hintereinander gnadenlos ausgepfiffen wurden. „Wir haben nicht ins Spiel gefunden, nicht die Zweikämpfe angenommen, die es braucht“, bemängelte Trainer Thomas Schaaf. Sein Verteidiger Clemens Fritz fand die erste Halbzeit als „beschämend.“ Der Werder-Coach ist sich der öffentlichen Kritik an seiner Person bewusst: „Wenn ich im Weg stehen sollte, gehe ich gerne zur Seite.“

Beiden Seiten wussten um die enorme Bedeutung der Partie, nachdem die Konkurrenten Augsburg (0:1 in Mönchengladbach) und Düsseldorf (1:2 in Hamburg) zuvor verloren hatten. Die große Chance zum Befreiungsschlag! Doch während diese Aussicht Werder eher hemmte, packten die Wölfe sie beim Schopfe. In Persona von Youngster Maximilian Arnold, der nach der Pokal-Schmach von München wieder in die Startelf gerutscht war. Genauso wie Christian Träsch, der Slobodan Medojevic als Sechser ersetzte. Arnold ließ im Mittelfeld den unbeteiligt scheinenden Kevin de Bruyne stehen und zog einfach mal trocken ab. Ein Schuss, ein Tor, Wolfsburg in Front, Werder geschockt.

Nach seiner Tor-Premiere in der Woche zuvor gegen Hoffenheim (2:2) war es schon Arnolds zweiter Bundesliga-Treffer im erst sechsten Spiel. Werder-Coach Thomas Schaaf konnte da nur ungläubig an der Seitenlinie die Arme ausbreiten. Nach einer halben Stunde hatte Schaaf genug gesehen, korrigierte sein stürmerloses System und brachte den leicht geschwächten Petersen für Innenverteidiger Sebastian Prödl.

Da stand es freilich schon 2:0 für Wolfsburg. Zum Entsetzen der Werder-Fans hatte kurz zuvor ein Vieirinha-Pass die Bremer Abwehr entblößt. Olic lief allein auf Werder-Keeper Sebastian Mielitz aus, umkurvte ihn und schob zur frühen Vorentscheidung ein.

Daraufhin verließen die ersten Bremer Zuschauer nach nicht einmal 30 Minuten die Tribüne, die Fans pfiffen, die Stimmung kippte. Für die Werder-Profis schien der Druck noch größer zu werden. Anstatt sich noch einmal aufzubäumen, lief kaum noch etwas zusammen.

Nach dem Wechsel agierten die Hanseaten zwar etwas druckvoller, aber zu harmlos in der Offensive. Alle Hoffnungen zunichte machte ein Tritt des eingewechselten Özkan Yildirim im Strafraum gegen Vieirinha. Der einstige Bremer Publikumsliebling Diego verwandelte den fälligen Elfmeter und das fassungslose Bremer Publikum sang: „Wir haben die Schnauze voll.“ Zumal ein Abseitstor von Marko Arnautovic wegen einer Fußspitze Vorsprung nicht anerkannt wurde (78.). Anders hingegen die Stimmung im Gästefanblock: Dort feierten die VfL-Anhänger. Und würden das gern auch mal wieder zuhause tun...

 

 

Das Spiel im Stenogramm:

Werder Bremen:Mielitz – Gebre Selassie, Lukimya, Prödl (32. Petersen), Sokratis –Bargfrede (59. Yildirim), Fritz –Junuzovic, de Bruyne, Hunt –Arnautovic

VfL Wolfsburg: Benaglio – Hasebe, Naldo, Kjaer (54. Knoche), Rodriguez – Träsch, Polak (79.Medojevic) – Vieirinha, Diego, Arnold (77.Schäfer) – Olic

Tore: 0:1 Arnold (13.), 0:2 Olic (27.), 0:3 Diego (66./Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Fritz (53.), Bargfrede (57.), Arnautovic (79.) / Träsch (84.)

Zuschauer: 42.000

Schiedsrichter: Dr. Brych (München)

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