Hurra-Stil im, aber nicht nach Spiel

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Kevin de Bruyne brachte den VfL Wolfsburg gegen Borussia Mönchengladbach vor der Pause in Führung.

dpa/ib Wolfsburg. Die Fans feierten glückselig, die Spieler selbst aber fühlten sich etwas unvollkommen. Trotz der zweitbesten Bundesliga-Saison der Clubhistorie und dem finalen 3:1-Erfolg gegen den direkten Konkurrenten Borussia Mönchengladbach mischte sich bei den Fußball-Profis des VfL Wolfsburg ein kleiner Wermutstropfen in die Regentropfen auf den Wangen.

Während die Anhänger die direkte Qualifikation für die Europa-League-Gruppenphase feierten und ihre Lieblinge danach fast gar nicht mehr in die Kabine lassen wollten, schien das Erreichte für die Wölfe fast zu wenig zu sein. „Schade, wir hatten die Chance auf die Champions League“, meinte etwa Torschütze Ivan Perisic (68. Minute). Da Bayer Leverkusen aber gleichzeitig 2:1 gegen Werder Bremen gewann, gelang der erhoffte Sprung auf Platz vier im Endspurt nicht mehr. Immerhin muss der VfL im Gegensatz zu Gladbach aber nicht noch durch die Play-Offs der Europa League. Was die Fohlen aber auch nicht weiter stört. „Ich denke, man muss damit zufrieden sein“, meinte Gäste-Coach Lucien Favre.

Für die Borussia traf in einem turbulenten und von den Offensivreihen geprägten Spiel nur Neu-Nationalspieler Christoph Kramer (64.). Für die starken Wolfsburger schossen Kevin de Bruyne (30.) und Robin Knoche (81.) in der ausverkauften VW-Arena die weiteren Treffer. „Wir wollten einen attraktiven Saisonabschluss. Das haben wir erreicht“, segnete VfL-Coach Dieter Hecking den Schlusspunkt wohlwollend ab.

Beide Europapokal-Starter boten den Zuschauern ein Spektakel. Gladbach verpasste nach knapp 20 Minuten die mögliche Führung, als Kramer einen Konter verstolperte.

Danach bestimmte Grün-Weiß das Geschehen: Olic scheiterte in der 26. Minute am glänzend haltenden Gladbacher Schlussmann Marc-André ter Stegen in dessen vorerst letztem Pflichtspiel für die Borussia. Der Keeper wechselt im Sommer wohl zum FC Barcelona. Zu seiner Zukunft wollte ter Stegen allerdings auch nach Spielende keine Auskunft geben.

Nach einer halben Stunde wurde das Torhüter-Talent erstmals überwunden: Bei de Bruynes Führung nach tollem Steilpass von Robin Knoche war ter Stegen machtlos. Wolfsburg machte weiter Tempo. Perisic scheiterte in der 38. Minute mit einem Freistoß an der Latte. Kurz darauf zeigte VfL-Torhüter Diego Benaglio gegen den alleine auf ihn zustürmenden Max Kruse seine ganze Klasse.

Auch nach dem Wechsel riskierten beide Teams viel. Die erste Chance war wieder spektakulär. Der zweite VfL-Treffer wurde dreimal vom Aluminium verhindert: Perisics Schuss aus kürzester Distanz landete erst am linken Pfosten, prallte von da an die Latte und über den rechten Pfosten schließlich ins Spielfeld zurück.

So aufregend blieb es bis zum Schluss, weil auch Gladbach offensiv wieder stärker wurde. Das lag vor allem an Raffael, der auch den Ausgleich durch Kramer vorbereitete. Fast im Gegenzug besorgte Perisic prompt wieder die Führung für den VfL. Zuvor konnte ter Stegen einen Naldo-Freistoß nur nach vorne abprallen lassen, hielt den Nachschuss von Olic aber bravourös. Erst gegen Perisics Kopfstoß war der Keeper machtlos. Für die Entscheidung sorgte der starke Knoche nach einer Ecke von Ricardo Rodriguez per Kopf.

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