Drei Tore, drei Punkte, drei Kreuze!

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Die Entscheidung: Luiz Gustavo nickt am langen Pfosten zum 3:0-Endstand für die Wölfe gegen Mainz 05 ein.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Es wurde ungemütlich am Sonnabend in der spärlich gefüllten Volkswagen-Arena. Aber der Schauer von oben gegen Ende des Spiels war der einzige, der dem VfL Wolfsburg und seinen Fans über den Rücken lief. Das 3:0 (0:0) gegen Verfolger FSV Mainz 05 durch Tore von Ricardo Rodriguez (59., FE), Bas Dost (66.) und Luiz Gustavo (75.) wusch die Wölfe von allen Sorgen rein. Erster Rückrunden-Sieg!

Gut so. Ansonsten hätte die Woche der Wahrheit wirklich ungemütlich werden können. Dieses Damoklesschwert über den Köpfen hatte den VfL spürbar belastet. Eine Stunde lang bot Wolfsburg zaghaften Holper-Fußball. Auch Dieter Hecking gab hinterher zu, dass es zur Pause „nicht danach aussah, als würde es ein 3:0 werden“.

Der Trainer hatte sein Team im Mittelfeld neu strukturiert, zudem erhielt Dost nach gut einem Jahr erstmals wieder eine Bewährungschance von Beginn an im Sturm. Und hing lange Zeit hilflos in der Luft, weil sich die Gastgeber wie die Fliegen im Mainzer Spinnennetz verfingen. Gegen einen laufintensiven Gegner wie die 05er müsse man richtig schnell spielen, meinte Manager Klaus Allofs. „Das haben wir nicht richtig hinbekommen.“ Von Verunsicherung wollte Mittelfeldstratege Gustavo nicht sprechen, erklärte die Sparflamme so: „Wenn man zweimal verloren hat, riskiert man nicht zu viel.“

Letztlich konnte sich der VfL glücklich schätzen, mit einer Nullnummer in die Kabine zu gehen. Mainz bescherten die permanenten, aber laut Trainer Thomas Tuchel häufig „schlampig“ umgemünzten Balleroberungen zwei Hochkaräter durch den Ex-Wolfsburger Ja-Cheol Koo (33.) und Pospech (35.). Beide blieben ohne Folgen für die Wölfe, die gerade einmal ein Torschüsschen von Ivan Perisic in den ersten 45 Minuten zustande brachten.

Erst der „erste richtig gute Spielzug“ Hecking leitete den Brustlöser ein: Nach Foul an Dost ließ Rodriguez mit seinem verwandelten Elfmeter zentnerweise Steine purzeln. „Plötzlich waren alle da und unternehmungslustig“, registrierte Hecking einen Ruck. Sein Kollege Tuchel hingegen sah mit einem Mal selbstzufrieden und „träge“ wirkende Mainzer. Die Zündschnur der Mainzer noch vor den ersten Regentropfen nass, die der Wolfsburger brannte.

„Wir haben uns reingebissen“, konstatierte Hecking letztlich. Eine Dynamit-Darbietung war es freilich nicht vom VfL. Schließlich müsse sich das Ensemble nach dem Diego-Cut erst neu finden, betonte der Trainer. „Schön langsam und nicht die Gäule durchgehen lassen.“ Für das Erreichen der internationalen Ziele bräuchte das Team auch die Unterstützung von außen, so Allofs’ Appell. Dass nur 23520 Zuschauer gegen Mainz kamen, wertete der Manager nicht als „alarmierende Zahl“. Dennoch: Es ist noch an vielen Stellen Optimierungspotential.

 

 

Das Spiel im Stenogramm:

VfL Wolfsburg:Benaglio – Ochs, Naldo, Knoche, Rodriguez – Träsch (82. Malanda), Luiz Gustavo – Arnold, De Bruyne, Perisic (63. Olic) – Dost (78. M. Schäfer).

FSV Mainz 05: Karius – Pospech, Bell, Bungert, Koch (70. Parker) – Geis, Park – Moritz (6. Junior Diaz), Koo (70. N. Müller), Choupo-Moting – Okazaki.

Tore: 1:0 Rodriguez (59./Foulelfmeter), 2:0 Dost (60.), 3:0 Luiz Gustavo (75.).

Gelbe Karten: Luiz Gustavo, Naldo – Koch, Bell.

Zuschauer: 23520.

Schiedsrichter:  Stieler (Hamburg).

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