Die Woge der Entgeisterung

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Mit voller Wucht: Naldo köpft in dieser Szene den wichtigen 2:2-Ausgleich für die Wölfe im Heimspiel gegen Abstiegskandidat Hoffenheim.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Gefangen im Teufelskreis. Weil die Leistungen schwanken wie ein Boot auf hoher See, kippt die Stimmung beim VfL Wolfsburg mehr und mehr ins Negative ab. Mal wieder sorgte das Auf und Ab beim 2:2 (1:1) gegen Abstiegskandidat TSG 1899 Hoffenheim am Sonnabend für eine Welle der Empörung. Von den Rängen, aber auch von den Machern.

Nicht nur der gemeine Fan ist den Wolfsburger Eiertanz in Heimspielen satt und meutert. Auch Manager Klaus Allofs und Trainer Dieter Hecking reagierten spürbar mit zunehmendem Sarkasmus und bissigen Kommentaren. Allofs hatte die grün-weiße Crew direkt nach Schlusspfiff zusammengetrommelt. Den Inhalt der Manöverkritik wollte er nicht preisgeben. Sehr wohl stellte er aber seine Untergebenen an den Pranger. „Wir machen es einfach nicht richtig“, grummelte der VfL-Neugestalter. Der sich vorkommt wie in einer Endlos-Schleife. Der Fehlerteufel stecke im Detail, monierte Allofs. „Die Spieler treffen zu oft genau die falschen Entscheidungen.“

Beispielhaft nannte er den Foulelfmeter zum Hoffenheimer 1:1 durch Sehad Salihovic (35.). Schon die Entstehung als solche sei vermeidbar gewesen. Und auch Ricardo Rodriguez (beide Torvorlagen), dem Allofs ansonsten ein gutes Spiel attestierte, hätte sich im Zweikampf mit Schipplock viel geschickter verhalten können. „Der läuft doch Richtung Kanal, also lass’ ihn laufen. Vielleicht springt er ja rein...“, frotzelte der Manager. Ihm sei die Lerngeschwindigkeit der Wölfe einfach zu lahm.

Auch VfL-Coach Hecking ist es leid, ständig über „inkonstante Leistungen“ schwadronieren zu müssen. Mit dem mehr als sehenswerten Bundesliga-Premierentor von Youngster Maximilian Arnold (13.) hätten sich die Wolfsburger in ihren Wohnzimmer prompt im Sessel zurückgelehnt. Hecking: „Wir wollen das 1:0 verwalten, machen nichts mehr nach vorn.“ Als sich die Gastgeber dann wieder erhoben, fingen sie sich auch noch das 1:2 durch den Sonntagsschuss von Andreas Beck (63.). Auch wieder so ein typischer Fall von kurzem Tiefschlaf. „Da stehen fünf Mann um ihn herum. Viel zu passiv“, bemängelte Hecking und sah im Anschluss „viel Krampf“ seiner Mannschaft.

Dass am Ende zumindest das vierte Unentschieden in Serie – Stagnation in seiner reinsten Form – raussprang, hatte der VfL erneut einem Innenverteidiger zu verdanken. Diesmal erwies sich Naldo mit seinem wuchtigen Kopfball (86.) als Remis-Retter. Die allgemeine Woge der Entgeisterung vermochte dies aber nicht zu glätten.

 

 

Das Spiel im Stenogramm:

VfL Wolfsburg:Benaglio – Hasebe, Naldo, Kjaer (45. Madlung), Rodriguez – Polak, Medojevic – Arnold (66. Dost), Diego, Vieirinha (75. Helmes) – Olic

TSG Hoffenheim: Casteels – Beck, Delpierre, Verstergaard, Johnson – Polanski – Weis, Salihovic (69. Rudy) – Roberto Firminio (80. Ochs) – Schipplock (58. Ludwig), Volland

Tore: 1:0 Arnold (13.) 1:1 Salihovic (35. / Foulelfmeter) 1:2 Beck (63.) 2:2 Naldo (86.)

Gelbe Karten: Arnold, Medojevic / Roberto Firmino

Zuschauer: 24.221

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