Fußball – Bundesliga: Wölfe nach Sieg über Bremen in Europapokal-Nähe / Wiedergutmachung mit Fans

Ein doppelter Schritt nach vorne

Immer einen Schritt zu schnell: Der SV Werder Bremen (Santiago Garcia/r.) streckte sich vergebens. Patrick Ochs und der VfL Wolfsburg waren beim 3:0 klar die bessere Mannschaft. Fotos: dpa (3)

Wolfsburg. Demütig schlichen die Bundesligafußballer des VfL Wolfsburg nach dem Spiel gegen Werder Bremen zu ihren Fans.

Mit dem 3:0 (1:0) hatten die Wölfe nicht nur erstmals seit April wieder einen zweiten Sieg in Serie eingefahren und einen wichtigen Schritt Richtung internationaler Wettbewerb gemacht. Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking, für die Maximilian Arnold (7. ), Ivica Olic (72. ) und Ivan Perisic (89. ) vor 29 488 Zuschauern die Tore erzielten, leistete auch Wiedergutmachung für die Derby-Schlappe gegen Braunschweig (0:2).

Dass der Stachel der Schmach noch tief saß, machte der Wolfsburger Anhang vor Spielbeginn deutlich. Das Banner „Ihr brachtet Schande über Verein und Stadt – habt gezeigt, dass ihr es nicht verstanden habt“ quer über der VfL-Kurve erinnerte die Wölfe nochmals an ihr Versagen. Dass der geläuterte Verein für Lernwillige durchaus seine Lehren aus der Heimpleite gezogen hatte, bewiesen die Wölfe umgehend.

Vom Anpfiff weg setzte die Hecking-Truppe den harmlosen Gast aus Bremen unter Druck. „Wir wussten, dass wir nach den Ergebnissen vom Nachmittag einen guten Schritt vorwärts machen konnten. Unser Ziel war es, alles abzurufen, das Spiel unbedingt zu gewinnen. Ich glaube, man hat von der ersten Minute gemerkt, dass der Wille und die Überzeugung da waren“, sagte VfL-Torwart Diego Benaglio, der über 90 Minuten fast beschäftigungslos blieb.

Auf der anderen Spielfeldhälfte ging die Post. Bereits nach sieben Minuten wurde der engagierte Gastgeber durch Maximilian Arnold belohnt, der eine Hackenvorlage von Ivica Olic in die Maschen drosch. „Ein super Tor“, freute sich Trainer Dieter Hecking.

Der Treffer und die Leistung, Perisic (10./16.), Olic und Medojevic (16.) hätten nachlegen können, besänftigen die VfL-Fans. Das Plakat wurde frühzeitig eingerollt. Dennoch ließen die Hausherren nicht nach, mussten aber bis zur 72. Minute warten, ehe Olic für die Entscheidung sorgte. „Das war ein glänzender Abend. Die Mannschaft hat ein hervorragendes Spiel gemacht, war megapräsent“, lobte Hecking, der nur die mangelnde Chancenverwertung kritisierte. Das 3:0 von Perisic (89.) war der Schlusspunkt auf einen verdienten Wolfsburger Heimsieg.

Dass die Wölfe, die den 10. Spieltag auf einem Europa League Platz abschlossen, mit dem zweiten Dreier in Serie nun genug Buße für die Braunschweig-Blamage geleistet hätten, glaubte Benaglio nicht. „Dass das nicht von heute auf morgen geht, ist doch normal. Aber wir werden alles versuchen, auch den Letzten wieder ins Boot zu holen“, versicherte der VfL-Kapitän. Starke Leistungen wie gegen Bremen und anschließende Bittgänge in die Kurve führen nicht nur die Mannschaft und seine Fans wieder zusammen, sondern den VfL dann wohl auch nach Europa.

Von Matthias Jansen

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