Hecking im Glück!

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Umzingelt! Wolfsburgs neuer Coach Dieter Hecking zog bei seinem Bundesliga-Debüt für den VfL alle Blicke und Kameras auf sich.

dpa/ib Wolfsburg. Es war längst nicht alles Gold, was glänzte beim VfL Wolfsburg. Dennoch fielen Dieter Hecking Steine der Erleichterung vom Herzen. In einem schwachen Auftaktspiel als Herr der Wölfe retteten Solo-Künstler Diego (51.) und Startelf-Rückkehrer Alexander Madlung (67.) mit ihren Toren zum 2:0 (0:0) gegen den VfB Stuttgart den Einstand des akribischen Arbeiters. Hecking im Glück!

„In der Vorbereitung haben wir besser gespielt. Aber wichtig ist der Sieg, der uns hoffentlich Sicherheit gibt. Daran hat es heute noch etwas gefehlt“, sagte VfL-Manager Allofs nach dem durchaus verdienten Erfolg, bei dem spielerisch allerdings noch viel Luft nach oben blieb. Dank des erst zweiten Heimsieges in dieser Saison setzte sich Wolfsburg weiter von den Abstiegsrängen ab (neun Punkte Vorsprung auf Relegationsrang 16).

Der VfB kassierte dagegen einen Dämpfer im Rennen um die erneute Europapokal-Qualifikation. „Vom Auftreten her war das heute in Ordnung. Du musst im Fußball nur eben die Tore machen, sonst wird es schwierig“, haderte VfB-Manager Fredi Bobic. „Wir haben nur bis zum Strafraum gut gespielt“, stimmte Stuttgarts Coach Bruno Labbadia in den Tenor mit ein.

Beide Teams erspielten sich erst nach der Pause nennenswerte Torchancen. In der ersten Halbzeit hatten die nur 24 125 Zuschauer bei eisigen Temperaturen wenig Gelegenheit, sich am Spiel zu erwärmen. Die Schwaben wirkten zunächst frischer, ohne offensiv zu glänzen. Erst nach gut zehn Minuten setzte Wolfsburg die Maßgaben des neuen Trainers – kompakt stehen und dominant spielen – ansatzweise um.

Wolfsburg war in der Folge das klar spielbestimmende Team, offenbarte von Hecking neu ausgerichtet jedoch noch zahlreiche Abstimmungsprobleme. „Das ist aber auch normal, wenn die Mannschaft die dritte Ansprache in einer Saison hört“, sagte der nach Felix Magath und Lorenz-Günther Köstner bereits dritte Wolfsburger Coach in dieser Serie. Erschreckend viele Fehlpässe lähmten das Offensivspiel des VfL merklich. Auch 7,5-Millionen-Euro-Neuzugang Ivan Perisic blieb auf der rechten Seite blass. Die einzige richtige Chance vor der Pause hatten die Gäste durch einen Weitschuss des früheren Wolfsburgers Christian Gentner, bei dem sich VfL-Schlussmann Diego Benaglio ziemlich strecken musste (43.).

Zur Pause reagierte Hecking auf das harmlose Angriffsspiel seines neuen Teams und brachte den in der Vorbereitung verletzten Angreifer Bas Dost. Der mit sieben Toren bislang erfolgreichste Wolfsburger kam für den enttäuschenden Ricardo Rodriguez, der erstmals seit dem 20. Oktober wieder von Beginn an spielen durfte.

Zur Führung bedurfte es jedoch einer Einzelleistung Diegos, der in Ermangelung ernsthafter Stuttgarter Abwehrversuche durch die gesamte VfB-Hälfte laufen und aus 22 Metern einschießen konnte. „So einen Spieler darfst du so frei nicht schießen lassen“, kritisierte Bobic. Allerdings sah auch Gäste-Keeper Sven Ulreich unglücklich aus. „Der Ball prallt an den Innenpfosten und ist gut geschossen. Aus meiner Sicht ist das kein Torwartfehler“, meinte der VfB-Keeper selbst.

Knapp eine Viertelstunde später hatte der Torhüter keine Chance, als der gewohnt solide spielende Madlung als Ersatz für den gelbgesperrten Naldo einen Diego-Freistoß ins Tor köpfte. Bis zum Spielende passierte in der niveauarmen Begegnung kaum noch etwas.

 

 

Das Spiel im Stenogramm:

VfL Wolfsburg:Benaglio – Fagner, Madlung, Kjær , Schäfer – Polák, Träsch (68. Träsch) – Rodríguez (45. Dost), Diego, Perišić (74. Kahlenberg) – Olić

VfB Stuttgart: Ulreich – Rüdiger, Tasci, Niedermeier, Molinaro – Gentner, Kuzmanović – Harnik, Hajnal (68. Didavi), Traoré (85. Benyamina) – Okazaki

Tore: 1:0 Diego (51.), 2:0 Madlung (67.)

Gelbe Karte: - / Niedermeier, Rüdiger

Zuschauer: 24.125

Schiedsrichter: Dr. Brych (München)

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